Brücke der Freundschaft e. V.

Berichte und Meinungen von Mitgliedern und Gästen

Auf dieser Seite finden Sie Kommentare, Beiträge und Bilder unserer Mitglieder und Gäste zu unseren Veranstaltungen.

On this page you can find comments of our members and guest of our Events.

 

09.04.2020 - Hilfsbereitschaft in Zeiten des Mangels

Wie geht es weiter mit den Kontaktbeschränkungen? Kommt die Maskenpflicht für den öffentlichen Raum auch in Berlin? Wenn ja, woher die Masken nehmen? Unser Mitglied Christine S. wusste darauf eine Antwort. Sie bot den Mitgliedern über die WhatsApp–Gruppe des Vereins an, Masken zu nähen und bereitzustellen. Einige Mitglieder machten davon Gebrauch. Eine große Hilfe zumindest für diejenigen unter uns, die selbst an der Nähmaschine zu ungeübt sind. Ein herzliches Dankeschön an Christina.

Aber auch die Kreativen unter uns wissen sich zu helfen. So macht unser Mitglied Margit R. einen modischen Hingucker aus der lästigen Maske. Dennoch hoffen wir natürlich, dass diese Teile nicht so häufig zum Einsatz kommen müssen.

Beim Spaziergang im Wohngebiet fiel mir letzte Woche ein Zettel ins Auge, der an verschiedenen Hauseingängen angebracht war. Ein netter Zug dieses hilfsbereiten 16jährigen Jugendlichen. 

Im Übrigen stelle ich bei meinen täglichen Spaziergängen auch einige positive Seiten dieses sogenannten Stillstandes fest. In Pankow ist es ungewohnt ruhig. Kein Fluglärm von Tegel. Für uns Anwohner eine sehr angenehme Seite der Krise, wenn ich auch als Reisende unseren Flughafen Tegel liebe und sehr zu schätzen weiß. Die Vögel zwitschern in normaler Lautstärke. In den vergangenen Jahren saß ich an manchen Tagen bereits zu früher Morgenstunde senkrecht im Bett und das noch vor dem Betriebsbeginn des Flughafens. Wahrscheinlich müssen sie nicht mehr gegen den Fluglärm über Berlin ankämpfen. Die Menschen kommen mir zum großen Teil weniger gestresst und ruhiger vor, auch die Kinder scheinen weniger überdreht zu sein. Nun gut, die Spielplätze sind verweist, weil abgesperrt, und der Nachwuchs bewegt sich recht diszipliniert mit den Eltern per pedes oder per Rad durch die Parks! Eine Bücherkiste im Park lädt zum Zugreifen ein. Eine schöne Geste, denn unsere Bibliothek hat geschlossen.

Beim Anstehen nach Eis – natürlich im gebührenden Abstand – kommt man eher mit den Kiezbewohnern ins Gespräch und im Supermarkt wird nicht gedrängelt. Das geordnete Anstehen und die teils lichten Regale erinnern allerdings auch an längst vergangene Zeiten! Mit meiner 90jährigen Mutter telefoniere ich nun noch häufiger. Ihr geht es gut und sie versteht die ganze Aufregung nicht so recht. „Für mich hat sich doch nicht viel geändert! Ich habe schon schlimmere Zeiten erlebt!“ – so ihr Kommentar. Krieg, Flucht, Vertreibung, Hunger und ein Neustart in einem völlig zerstörten Deutschland, das war ihre Jugend … ! Ich erhielt gestern ein Überraschungsosterpäckchen von meiner Tochter mit einem Blumenstrauß und einem Goldhasen. Ihr glaubt gar nicht, wie ich mich darüber gefreut habe, denn ob wir uns Ostern sehen werden, weiß ich noch nicht. Unsere Hobbyfotografen entdecken die schönsten Motive in ihrer unmittelbaren Umgebung! Und wenn man dann hin und wieder auf etwas uneinsichtige und nervige Zeitgenossen trifft, erträgt man das mit einer gehörigen Portion Gelassenheit.

Wir werden uns sicher mit der derzeitigen Situation noch eine Weile arrangieren müssen. Aber ehrlich, dieses Arrangement erfolgt doch auf einem relativ hohen Niveau! Vergessen wir nach der Krise nicht diejenigen, die den ganzen Laden während der Krise am Laufen hielten. Nur Beifall auf Balkonen und Lippenbekenntnisse werden da nicht ausreichend sein. Allen ein schönes und besinnliches Osterfest!

Ilona S.

30.03.2020 Seid kreativ!

Wer oft Radio hört, der hört jetzt desöfteren "Bleibt zu Hause, seid kreativ!" Hier zwei Beispiele aus unserem Mitgliederkreis:

 

29.03.2020 Nachricht aus der Schweiz

Liebe Ilona, 

besten Dank für deine Zeilen. Ich schicke dir hiermit unseren Bericht von unserer Hauptversammlung; die haben wir noch gerade abhalten können, bevor der Bundesrat solche Versammlungen verboten hat. In einer weiteren E-Mail schicke ich dir noch ein paar Fotos – mach damit was du für richtig hältst!

Hier im Berner Oberland ist noch alles ruhig und wir haben das Glück,  gerade von der Haustür weg Spaziergänge zu machen, wobei man kaum jemandem begegnet. Ich hoffe, es geht euch allen gut in Berlin und lasse die grüssen, die mich kennen. 

Dir alles Gute und bleib gesund!! 

Liebe Grüsse

Charlotte

Drei Bilder von der diesjährigen Hauptversammlung der Schweizer Chapter in Interlaken und weitere vier Bilder von vergangenen Treffen! Wer erinnert sich?

 

27.03.2020 Mein Leben in Zeiten von Corona

Seit nunmehr drei Wochen hat uns dieses Virus voll im Griff. Zuletzt war ich am 5. März zusammen mit Hannelore im Tempodrom zur Eisrevue. Damals wusste ich noch nicht, dass es das letzte Kulturevent für viele Wochen sein sollte. Für wie lange? Keiner kann diese Frage zur Zeit beantworten. Inzwischen ist unser gesamtes gesellschaftliches Leben zum Erliegen gekommen. Ich lebe seit vielen Jahren allein, nun fühle ich mich zwar nicht allein, aber alles was meiner Woche bisher Struktur gab, ist weggebrochen. Keine Konzert- und Theaterbesuche, kein Gang ins Museum, kein Ausflug ins Umland, keine Treffen mit den Kindern und der Enkeltochter oder mit Freunden. Unser Vereinsleben liegt brach und wartet auf bessere Zeiten. Nicht einmal Pläne können wir schmieden; dabei macht das doch so viel Spaß. Die Europakonferenz wurde verschoben auf 2021.

Dass es allen anderen auch so geht, ist nur ein schwacher Trost. Wir haben Verständnis und fügen uns den Maßnahmen in der Hoffnung, dass es uns nicht erwischt und dass die Krise bald vorbei ist. Aber wie lange halten wir, halte ich das aus? Nun eine gute Nachricht gab es heute: Ein 101jähriger Italiener wurde gestern nach überstandener Corona Infektion aus dem Krankenhaus entlassen. Er hatte auch bereits die spanische Grippe überstanden. Wenn ich richtig rechne, wurde er allerdings erst zum Ende dieser Pandemie geboren. Auch ich sorge mich, am meisten vor Ansteckung und insbesondere auch, weil unsere Gesundheitseinrichtungen wohl bereits jetzt überfordert sind und eine gute medizinische Versorgung dann wohl nicht mehr gewährleistet ist. Hilfe von außen ist kaum zu erwarten, denn in anderen Ländern sieht es ähnlich und oft noch schlimmer aus. Deshalb bin ich jetzt meistens zu Hause. Und das wird mit der Zeit ziemlich eintönig: Aufstehen, Morgengymnastik, Morgenhygiene, Frühstück, ein bisschen Haushalt, Spaziergang an der frischen Luft in fast menschenleerer Umgebung, kochen, Mittag essen. Der Nachmittag wird lang: Lesen, Fernsehen, Fernsehen, lesen, Internetspiele … . Manchmal klingelt das Telefon oder ich rufe bei Freunden an. Aber viel gibt es ja nicht zu erzählen. Und so geht es nun Tag für Tag!

Deshalb hatte ich die Idee, für unseren Verein ein "Corona Tagebuch" ins Leben zu rufen. Es gibt ja momentan nichts aus unserem Vereinsleben zu berichten. Mir hat es in der Vergangenheit in Krisenzeiten immer geholfen, meine Gedanken, Ängste und Hoffnungen zu Papier zu bringen. Nach der Krise habe ich das beschriebene Papier allerdings meistens entsorgt. Vielleicht geht es dem Einen oder Anderen von Euch genauso und wir können unsere Gedanken, Sorgen und Ängste aber auch schöne Beobachtungen auf diesem Wege austauschen und so unseren Stammtisch ein wenig ersetzen sowie unser Vereinsmiteinander pflegen. Ich freue mich auf Eure Beiträge! Bleibt gesund! Nach Regen kommt Sonne. Und wenn das alles vorbei ist, feiern wir ein großes Fest!

Ein Foto aus besseren Zeiten:

Wer erinnert sich noch? Wann und wo wurde dieses Foto gemacht? Ich freue mich auf Eure Zuschriften!

Ilona Schmidt

 

22.02.2020 Ein Besuch im Filmmuseum Potsdam

Am Samstag trafen wir uns um 14.00 Uhr zu einer Führung im Filmmuseum Potsdam. Die jetzige Ausstellung heißt: "Die Traumfabrik". Ich war sehr gespannt, denn ich habe das Filmmuseum kurz nach der Wende besucht, und wie ich erwartet hatte, hat sich viel verändert. Natürlich zum Guten. Schon die Eingangshalle sah mit kleinen Hockern und Bänken ganz anders und einladend aus. Es gibt auch einen Museumsshop mit Videos, Büchern und Postkarten von Schauspielern.

Der Rundgang begann pünktlich mit einer netten Mitarbeiterin des Museums, die uns zunächst viele Fakten über den Aufbau des Filmmuseums erläutern konnte. Wir befanden uns im ältesten Gebäude von Potsdam, und das Studio Babelsberg ist das älteste Filmstudio der Welt; es ist 108 Jahre alt. Die Räume des Filmmuseums sind zum Teil sehr klein, so dass man zusammenrücken musste, um alles zu sehen und zu verstehen. Es gibt über 1.000 Fotos, ca. 350 Filmausschnitte und mehr als 500 Exponate. Das wertvollste Exponat ist eine Holzkamera aus dem Jahre 1905, mit welcher der Film "Die Nibelungen" im Jahre 1924 gedreht wurde. Die schönsten Exponate sind die Entwurfszeichnungen von Otto Hunte zu diesem Film sowie Entwürfe, Modelle und Arbeitsfotos. Wir hörten und sahen sehr viel über die Entstehung einzelner Filme.

Sicher haben viele von uns schon beschlossen, noch einmal alleine oder zu zweit dorthin zu gehen, um sich in Ruhe alles, was interessiert, ansehen zu können. Nach der 1 1/2 stündigen Führung gingen wir nur über die Straße zum Restaurant "El Puerto", wo Tische für uns reserviert waren. Wir saßen unter herrlichen große Palmen und die meisten von uns aßen Tapas, welche außerordentlich gut schmeckten. Frohgelaunt fuhren wir nach Hause. Es war ein sehr schöner Tag, an den ich noch oft denken werde.

Christa H.

11.12.2019 Verborgene Orte - Das Silent Green Kulturquartier im Wedding

Vom Krematorium zum Kulturquartier

Zwischen 1909 und 1910 ist das erste Krematorium der Stadt Berlin in der Gerichtstraße erbaut worden. Erst 1911 wurde die Feuerbestattung in Preußen zugelassen. Die Trauerhalle auf achteckigem Grundriss ist das Herzstück des Gebäudes. Die beiden Flügelbauten um den achteckigen Innenhof vor der Trauerhalle, die als Kolumbarien (Fächer für die Urnen) dienten, gehörten zum ursprünglichen Bauplan des Architekten William Müller. Bis 1943 war das Krematorium ohne Unterbrechung in Betrieb. Durch seinen Schornstein war das Gebäude allerdings auch ein guter Orientierungspunkt für die Luftangriffe der Alliierten. Nach dem Krieg wurden die Zerstörungen beseitigt und von 1993 bis 1996 war eine neue Parentationshalle (Leichenhalle) gebaut worden. Hier gab es Platz für 817 Särge. Bereits Ende 2002 musste das Krematorium seinen Betrieb jedoch einstellen.

Heute nennt sich das Arial in der Gerichtstraße 35 „SILENT GREEN“. Die silent green Kulturquartier GmbH - so der offizielle Name – erwarb die Gebäude und das Gelände und baute alles zu einem neuen Veranstaltungsort um. Jetzt finden hier Workshops, Seminare, Tagungen und Konzerte statt. Die große Kuppelhalle ist gut geeignet für Konzerte und die ehemaligen Kühlräume werden für Seminare, Tagungen usw.  genutzt. Die neuen Betreiber können sehr flexibel auf die Wünsche der temporären Mieter eingehen. Das eingegliederte Lokal „MARS“ ist eine gute Ergänzung für alle Veranstalter, denn auch „Catering“ für große Gesellschaften ist möglich. Das Konzept der silent green GmbH scheint aufzugehen, denn die skurrile „Location“ verzeichnet gute Erfolge mit ihrer Geschäftsidee. Der Besuch hat sich gelohnt. Wir danken Dagmar für Organisation und Umsetzung. Nach einem kleinen Rundgang durch Müllerstraße, Luxemburger Straße und Genter Straße erreichten wir unser Ziel in der Utrechter Straße. Hier waren in der Taverna Hellas 11 Plätze für unsere Gruppe reserviert.

Hannelore B.

 

06.12 - 08.12.2019 Adventsfahrt nach Hannover und Bückeburg

Mehr zu Bückeburg 

Der Weihnachtszauber auf Schloss Bückeburg ist in diesem Jahr inzwischen zum achtzehnten Mal ausgerichtet worden. Über 70.000 Besucher aus nah und fern haben ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Programm unter dem Motto „Fabelhafte Märchenwelt“ erlebt und konnten vor der malerischen Kulisse des Schlosses Dekoratives und Nützliches erwerben sowie kulinarische Spezialitäten aus aller Welt genießen. Zusammen mit der im Sommer stattfindenden Landpartie bildet diese Veranstaltung eine feste Größe im Schaumburger Land, die auf die Initiative des Fürsten Alexander zu Schaumburg-Lippe zurückzuführen ist. Als Besitzer des 600 Jahre alten Schlosses mit 250 Zimmern, der Festung Wilhelmstein im nahen Steinhuder Meer und weiterer Residenzen fungiert er gleichzeitig auch als Unternehmer und hat für die finanziell aufwändige Instandhaltung seines Anwesens neue Wege bestritten. Mit offensichtlichem Erfolg, wie wir feststellen konnten.

Nicht jedem Besucher dürfte bekannt sein, dass Bückeburg von 1647 bis 1946 Hauptstadt des selbständigen deutschen Landes Schaumburg-Lippe war. Das Gebiet mit rund 54.000 Einwohnern erstreckte sich von der Stadt Hannover bis zur westfälischen Grenze. Von Anfang an hatte das kleine Land Schwierigkeiten, sich zu behaupten. Mit einer Volksabstimmung im Jahr 1975 sollte das Bundesland Schaumburg-Lippe wiederhergestellt werden. Trotz Mehrheit lehnte der Gesetzgeber dieses Begehren jedoch ab. Vor Kurzem war Bückeburg wieder in den Schlagzeilen. Nicht wegen eines Skandals im Fürstenhaus. Vielmehr ging es um die Erfindung der Currywurst. Nach Recherchen in den Archiven des Schlosses deutet vieles darauf hin, dass nicht die Berlinerin Herta Heuwer die typische Currywurstsauce 1949 erfand – sondern der Bückeburger Küchenmeister, Konditor und spätere Hotelier Ludwig Dinslage. Bereits drei Jahre zuvor servierte er Offizieren der britischen Rheinarmee, die im September 1946 Bückeburg besetzt hatten, Currywurst.

Dagmar S.

Our city tour

Our 2019 Advent trip introduced us to Hannover and Bueckeburg in the state of Lower Saxony. Visiting the Weihnachtsmärkte (Christmas Markets) in both cities, the World of Kitchen (WOK) Museum, and having a walking tour of the city were the trip’s highlights. Visiting there with friends made it extra special.

Our walking tour started at the Hauptbahnhof (main train station) with the Ernst August statue in front of it and led us to several stopping points: a ruin of the wall that was built around the city in the 14th century; past the theater, shopping/restaurant area, and centuries-old churches; along the Leine River; through five Christmas markets(!); and to the beautiful Rathaus (New Town Hall). The walking tour was a great introduction to Hannover!!

Wendy H.

Ein besonders reizvoller Ausflug ins südliche Niedersachsen

Die Adventsfahrt 2019 war wohl eine unserer Wochenendreisen mit den meisten Impressionen. Das zeigte sich auch in der enormen Zahl an Fotos, die von verschiedenen Teilnehmern geschossen wurden. Schon das WOK-Museum (World of Kitchen, keine Woks) in Hannover bot eine unermessliche Vielfalt an Küchenvariationen und Ausstellungsobjekten nicht nur an Küchenzubehör, sondern auch an sonstigen Haushaltsgegenständen, und das noch weihnachtlich ausgeschmückt. Das Museum hatte so viele Ausstellungsgegenstände gesammelt, dass ein Teil sogar in einem Flohmarktbereich zum Kauf angeboten wurde. Auch festlich gestaltete Esszimmer beeindruckten uns, gleich am Beginn der Führung schon das venezianische Beispiel, ausgestattet zudem mit kostümierten Figuren. Die äußerst unterhaltsame Führung durch das Museum war auch lehrreich. So erfuhren wir z.B., was der Prahl-Hans ist, und lernten den Staubsaugblaser „Heinzelmann“ in natura kennen. 

Die Fahrt zum Schloss Bückeburg mit dem dortigen Weihnachtszauber stand dem nicht viel nach. Die unzähligen Stände im und um das Schloss herum und die diversen Angebote des Veranstaltungsprogramms waren fast erschlagend. Die adventliche Ausschmückung des Geländes und des Gebäudes sowie ohnehin der Rahmen der historischen Schlossräumlichkeiten bescherten uns einen unvergesslichen zweiten Höhepunkt der Reise, selbst wenn der Besuch der Reitvorführung wegen des immensen Besucherandranges leider nicht möglich war. 

Nicht minder interessant war die ausgiebige und nette Innenstadtführung durch Hannover. Die eigentlich als langweilig bezeichnete Hauptstadt Niedersachsens erwies sich als kreativ, architektonisch abwechslungsreich und mit dem historischen Viertel sogar sehr einladend. Für viele ein Grund, einmal wiederzukommen, um dann vielleicht bei schönem Wetter auch die Herrenhäuser Gärten und den Maschsee zu besuchen. Aktuell konnten wir in der City die reizvollen Weihnachtsmärkte genießen, wobei der teilweise finstere Weihnachtswald eine besondere Attraktion darstellte. 

Das Problem mit dem ursprünglich wegen Stromausfall gesperrten Wagen 7 unseres IC auf der Rückfahrt nach Berlin, das zur Trennung unserer Reisegruppe führte, konnte die schönen Eindrücke der Reise nicht trüben, sondern trug zum Erlebnischarakter bei, insbesondere für die Teilnehmer, die im dunklen Bahnwaggon saßen.

Wolfgang G.

Besuch des Weihnachtsmarktes in Hannover

Neben unserem interessanten Programm in Hannover blieb genug Zeit, um den Weihnachtsmarkt zu erkunden. Dieser ist in verschiedene Themen-Weihnachtsmärkte unterteilt. Es gibt den traditionellen Weihnachtsmarkt in der Altstadt, den Mittelaltermarkt, das finnische Weihnachtsdorf, den Wunschbrunnenwald und den Markt am Hauptbahnhof auf dem Ernst-August-Platz. Die Weihnachtsmärkte beeindrucken durch ihren Abwechslungsreichtum und durch die sehr liebevoll geschmückten Stände. Die Auswahl an kulinarischen Köstlichkeiten ist riesig. Jeder kann etwas für seinen Geschmack finden. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann fündig werden. An den Ständen gibt es kunsthandwerkliche Dinge, Holzspielsachen, Christbaumschmuck und vieles mehr.  

Ein stimmungsvolles Ambiente bietet der lauschige ‚Wunschbrunnenwald‘ mit zahlreichen Tannen, in dem man die Großstadt vergisst. Inmitten dieses Waldes steht der Oskar-Winter-Brunnen, an dessen schmiedeeisernen Gitter sich ein "Wunschring" befindet. Der Sage nach erfüllen sich Wünsche, wenn dieser Ring berührt wird. Ratet, was ich mir gewünscht habe! - Natürlich weitere interessante Unternehmungen mit unserem "Chapter". - In disem Wald gibt es auch ein Försterhaus und eine Forsthütte, in denen kulinarische Wünsche erfüllt werden. 

Der finnische Marktteil auf dem Ballhof ist inzwischen zur Tradition geworden. Kulinarische Köstlichkeiten werden angeboten. Ich konnte dem Flammlachs nicht widerstehen. Dazu gibt es eine Tasse Glögi oder Beerenglühwein.
Der mittelalterliche Markt befindet sich am Leineufer. Hier kann man mittelalterliches Leben anschaulich erleben: Seiler, Schmied, Bürstenmacher und andere Handwerker zeigen den Besuchern, wie alltägliche Produkte entstehen. Hier gibt es fast kein künstliches Licht, dafür viele Feuerkörbe und Laternen. Ein Besuch lohnt sich! Dass der Menschenandrang groß ist, sollte nicht überraschend sein, besonders am Wochenende.

Karin L.

 

04.12.2019 - Weihnachtsfeier 2019 im BSV 1892

Unsere diesjährige Weihnachtsfeier fand im Tennisclub BSV 1892 in Berlin Wilmersdorf statt. Angemeldet hatten sich 28 Mitglieder und ein Gast. Somit war der separate Raum im Clubhaus gut gefüllt! Das gewünschte Essen hatte jeder bereits im Voraus bestellt, deshalb ging es recht flott mit dem Service. Ob nun ¼ Gans, Gänsekeule, ½ Ente, ¼ Ente, Wildgulasch oder Schnitzel bestellt wurde, alles schmeckte sehr gut und bei einigen Teilnehmern war sogar noch Platz für einen leckeren Nachtisch! Es wurden keine großen Reden geschwungen, aber ich ließ es mir nicht nehmen, ein kurzes Grußwort an die Anwesenden zu richten! Das Jahr 2019 war voller interessanter Treffen, Museumsbesuche, Tagesausflüge und Kurzreisen. Auch in 2020 werden wir wieder viele spannende Unternehmungen anbieten. An Ideen mangelt es sicher nicht! Als kleinen Dank hatten Margitta und Klaus für die 3 Vorstandsdamen je einen Blumenstrauß mitgebracht! Als nächstes las uns Christine ein Kaschubisches Weihnachtsgedicht vor: „Wärst du, Kindchen, doch bei unsgeboren!“. Das Volk der Kaschuben lebt heute u. a. im Raum von Danzig.  

Etwas später hatte Werner auch noch einen humoristischen Vortrag nebst Gedichten für uns vorbereitet. Er beschrieb mit launigen Worten wie es in diesem Jahr im KA DE WE zur Weihnachtszeit aussieht! Sein Fazit: „Weihnachtlich ist ANDERS!!!“ Von Tanne und Kerzenschein keine Spur!!! Es macht mich neugierig! Ich werde noch vor Weihnachten dort hingehen, um mir mein eigenes Bild zu machen. Dann folgte noch das Gedicht von Erich Kästner: „Morgen, Kinder, wird’s nichts geben….“ Dieses Gedicht wurde bereits 1928 von Erich Kästner geschrieben. Es trifft die Stimmung der Bevölkerung in dieser Zeit, aber die Ironie und Doppeldeutigkeit der Zeilen sind immer noch aktuell.

Wir ließen den Abend ausklingen mit angeregten Gesprächen nebst einem Gläschen Wein oder Bier.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es noch: Leider ist Gloria auf dem Weg vom Bus zur Fritz-Wildung-Straße unglücklich gestürzt. Sie musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Wir waren alles sehr betroffen und wünschten Gloria gute Besserung. 

Hannelore B.

 

17.11.2019 - 3 Gänse für 12; Martinsgans im Grunewald

Es ist eine echte Tradition in unserem Verein: Das jährliche Gänseessen im November! In diesem Jahr waren wir wieder in der Scheune in Berlin Zehlendorf. Ilona übernahm – wie so oft – die Organisation. Bereits im November 2018 hatten wir den Tisch für 13 Personen reserviert. Leider konnte Ilona nicht teilnehmen, denn die S-Bahn war ausgefallen. Sie musste also kurzfristig absagen.

Die 3 Gänse für nunmehr 12 Mitglieder wurden auf 2 großen Aufschnittplatten serviert.  Als wir die leckeren Teile sahen war unser spontanes Motto: Wir schaffen das!!! Auch die Beilagen Grünkohl, Rotkohl, Kartoffeln, Klöße und viel Soße waren reichlich und wurden bei Bedarf nachgereicht. Gegen 17:30 Uhr hatten wir alles geschafft und waren stolz auf unsere Leistung! Zum Abschluss gab es noch einen Verdauungsschnaps vom Wirt. So verließen wir satt und glücklich gegen 18:00 Uhr das Lokal. Auch im nächsten Jahr werden wir diese Tradition fortsetzen!

Hannelore B.

 

24.08.2019 - Ribbeck und die Birnen

Wer kennt ihn nicht Theodor Fontanes Gedichtklassiker „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“? So lag es nahe, an diesem Spätsommertag einen Ausflug in das kleine Dörfchen in der Nähe von Nauen zu unternehmen. Das Echo im Verein war groß! 13 Mitglieder und  6 Gäste nahmen an dem Ausflug teil und reisten teils mit der Bahn, teils mit dem Auto an. In nur einer Stunde gelangten wir vom Bahnhof Friedrichstraße mit Regionalzug und Bus nach Ribbeck. Das ehemalige Gutshaus derer von Ribbeck präsentierte sich wundervoll saniert mit einem kleinen sehr modernen Museum über die Geschichte des Schlosses und natürlich Fontanes Reisen durch die Mark, bzw. sein Gedicht über den Herrn von Ribbeck, der die Birnen an die Kinder des Dorfes verschenkte. So dreht sich nun in Ribbeck auch alles um die Birne. Im Schlossgarten wurden Birnbäume aus allen 16 Bundesländern durch deren Ministerpräsidenten bzw. deren Vertreter gepflanzt.

Hinter der Alten Brennerei erstreckt sich ein Birnengarten mit heute 23 Bäumen unterschiedlicher Sorten. Angelegt wurde dieser im Rahmen der Landesgartenschau 2006. Die Alte Brennerei ist nur noch dem Namen nach eine Brennerei. Sie gehört dem Nachfahren des letzten Gutsherrn von Ribbeck, der hier Birnenessig produziert und verkauft und darüber hinaus Birnenbrände und Birnenliköre aus dem Elsass vermarktet. Mit der Rückübertragung des Schlosses klappte es zwar nach der Wiedervereinigung nicht, man einigte sich auf eine Entschädigung; und der mittlerweile 80jährige alte Herr hat heute seinen Lebensmittelpunkt wieder im Heimatort seiner Vorfahren.

Die Ribbecker Birne eignet sich wohl nicht zur Schnapsbrennerei. Ausserdem hat die Brennerei nach dem 2. Weltkrieg ihre Lizenz verloren, als drei sowjetische Soldaten nach dem Verzehr des noch nicht fertigen Getränks zu Tode kamen. Dies und andere mehr oder weniger glaubwürdige Geschichten erfuhren wir während der durchaus amüsanten Führung des Komikers Gernot Frischling, der dafür in die Rolle des Jan von Damals schlüpfte und uns mit bewundernswertem körperlichen Einsatz die Geschichte des Ortes, seiner Bewohner und der Birne näher brachte.

Zunächst durften wir die 4. Nachpflanzung des Ribbeckschen Birnbaumes aus dem Jahre 2000 bewundern, der zwar Früchte trägt, die aber mangels Veredelung wohl ungenießbar sind. Den legendären Baumstamm des originalen Birnbaumes, der 1911 einem Sturm zum Opfer fiel, kann man im Gewölbe des Kircheninnenraumes der alten Dorfkirche betrachten. Der damalige Gutsherr hatte ihn zum Aschenbecher umfunktioniert. Dadurch blieb er erhalten.

Die Kirche, ein wirkliches Kleinod des kleinen Ortes, hat ihren Erhalt einem rührigen Pfarrer aus DDR-Zeiten zu verdanken und präsentiert sich heute als wahres Schmuckstück. Die Gestaltung der Innenräume zeugt von einer gut funktionierenden Kirchengemeinde und die kleine Fotoausstellung zu Fontanes Schriften über die Mark hat mich ausgesprochen beeindruckt.

Wie ein Ribbecker Bauer den Teufel überlistete und so seine Seele, die er an diesen verkauft hatte, behielt, erfuhren wir vor der alten Scheune, die durch sehr viele Löcher in der Außenwand beeindruckte. Im Hofladen im alten Waschhaus konnten wir unseren Durst bei Birnenschorle stillen. Dort wurde nicht nur gute Laune verbreitet, sondern es gab auch herausragende Birnentorten, die nicht nur schön anzusehen waren, sondern auch lecker schmeckten. Ich verzichtete allerdings, zu viel Creme! Dafür genoss ich nach der Führung ein leckeres Stück Birnenkuchen im Café „Alte Schule“, wo wir darüber hinaus auch noch ein historisches Klassenzimmer bewundern konnten.

Mein Fazit: Ribbeck – bei schönem Wetter immer eine Reise wert!

Ilona S.


14.07. bis 18.07.2019 Berchtesgaden – Perle der Alpen
 

Auf dieser Tour stimmte wirklich alles! Zugegeben, die Anfahrt war mit ca. 10 Stunden recht lang, aber der Reiseleiter verstand es sehr gut, die Zeit kurzweilig zu gestalten. Bei mehreren Pausen und einer Mittagspause im Fränkischen konnte man sich nicht nur die Beine vertreten, sondern es wurde auch gut für das leibliche Wohl gesorgt, so dass wir am frühen Abend gut gelaunt im Zielort Berchtesgaden ankamen. Im Sporthotel Seimer wurden wir mit einem guten Abendessen verwöhnt, bevor wir die Zimmer beziehen konnten. Vom Balkon meines Zimmers hatte ich einen phantastischen Blick auf Berchtesgaden und das Watzmann-Massiv, wenn dieses nicht gerade von Wolken verdeckt wurde.

Am nächsten Tag begann das Besichtigungsprogramm. Zunächst brachte uns der Bus zum Obersalzberg. Von dort fuhren wir mit Spezialbussen auf der höchstgelegenen Panoramastraße Deutschlands zum Kehlsteinparkplatz. Durch einen 124 m langen Tunnel gelangten wir zu einem messingverkleideten 124 m hohen Lift, der nach 41 s Auffahrt direkt im Vestibül des  1834 m hoch gelegenen Kehlsteinhauses endet. Errichtet wurde das Haus 1937/38 durch die Nazis; es gehörte zum Führersperrgebiet Obersalzberg. Ein französischer Diplomat gab ihm noch während des Zweiten Weltkrieges den Spitznamen „Eagle’s Nest“ (Adlerhorst). Eine kleine Ausstellung informiert über die NS-Vergangenheit. Seit den 50er Jahren für den Tourismus frei gegeben, befindet sich heute ein Berggasthof auf dem Gipfel. Von hier aus erreicht man in wenigen Gehminuten das Gipfelkreuz, von wo man einen herrlichen Blick über das Berchtesgadener Land hat. Internationale Touristen insbesondere aus Europa, Asien und Amerika haben diesen Ort längst für sich erobert! Beim Verzehr von bayrischen Schmankerln und bayrischem Bier besteht keine Gefahr, dass dieser Ort zu einem Kultort für Rechtspropagandisten mutiert. Aber dennoch ist es ein Ort gegen das Vergessen!

Nach einem Spaziergang durch Berchtesgaden fuhren wir zum Königssee. Dort wartete bereits ein elektrisch angetriebenes Fahrgastschiff, um uns zur Insel St. Bartholomä mit der wunderschönen und renovierten Wallfahrtskirche zu bringen. Besonders haben mir der bayrische Humor während der Überfahrt und die Demonstration des Echos vom Königssee gefallen. Muss man mal erlebt haben!

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des bayrischen Märchenkönigs Ludwig mit dem Besuch der Herreninsel und des Schlosses Herrenchiemsee. Mit dem Bus fuhren wir nach Prien am Chiemsee. Wir passierten mehrfach die deutsch-österreichische Grenze und durchquerten reizende kleine Ortschaften; hübsch anzuschauen und sehr ruhig und idyllisch. Mit dem Schiff setzten wir zur Herreninsel über und hatten bis auf eine Führung durch Schloss Herrenchiemsee den ganzen Tag Zeit zur eigenen Verfügung. Das war das Schöne an diesem Tag! Auch die Rückfahrt mit dem Schiff war frei wählbar, natürlich mussten wir pünktlich am Bus sein. Mit der Pferdekutsche oder zu Fuß kam man zum Schloss, welches Ludwig II. nach dem Vorbild von Versailles errichten ließ, denn er war ein großer Fan von Ludwig XIV. von Frankreich. Die Pracht dieses Stiles erschlägt den Betrachter; wen wundert es, dass Bayern nach der Regierungszeit des Märchenkönigs pleite war. Inzwischen hat sich das ja verändert, und die Schlösser haben ihr Geld als Touristenattraktionen eingebracht. Sie wurden im Übrigen bereits wenige Wochen nach dem mysteriösen Tod von Ludwig II. für die Öffentlichkeit freigegeben, damit wieder Geld in die bayrischen Kassen kam. Die Innenräume kann man nur im Rahmen einer Führung besichtigen, und es besteht Fotografierverbot! Aber auch Schlosspark und Landschaftspark der Insel sind den Besuch wert. Eine Besichtigung des Augustiner-Chorherrenstiftes Herrenchiemsee mit der sehr interessanten Ausstellung „Der Weg zum Grundgesetz“ ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Hier konnte man auch einige Räume, u. A. den prächtig ausgemalten Kaisersaal, besichtigen. Ein Wein im Gartenlokal mit Blick auf die Fraueninsel machte den Tag vollkommen.

Viel Zeit hatten wir am Mittwoch in Bad Reichenhall, dem Meran des Nordens, um durch die elegante Kurstadt mit ihrem historischen Zentrum zu spazieren und im Königlichen Kurgarten zu flanieren. Balsam für die Atemwege war ein Spaziergang im Alpensole-Gradierhaus in diesem Kurpark. Am Nachmittag führte eine kleine Rundfahrt durch den Rupertiwinkel, eine liebliche Kulturlandschaft im äußersten Südosten Oberbayerns. Mal gehörte die Gegend zum Salzburger Land, mal zu Bayern, nun wohl endgültig zu Bayern, da sich die Bewohner nach dem 2. Weltkrieg so entschieden hatten. Eine Kaffeepause gab es dann noch am idyllischen Höglwörther See, wo ich die Gelegenheit nutzte, das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift zu besichtigten.

Insgesamt waren wir zwar nur drei Tage im Berchtesgadener Land, aber die Organisation und Zusammenstellung der Tour durch den Berliner Busreiseveranstalter BVB Touristik war super, so dass man gefühlt mindestens eine Woche dort im Urlaub war. Sehr gewonnen hat die Reise durch einen phantastischen Reiseleiter und den Busfahrer, der uns nicht nur sicher durch die Berglandschaft steuerte, sondern uns auch so manches Mal zum Schmunzeln brachte. Preis/Leistung waren stimmig und für mich als Großstadtpflanze war es ein äußerst gelungener Kurztrip.

Ilona S.

 

6. Juli 2019 - Tagesausflug Perleberg, Ankunft 10:15 Uhr, Wetter: trübe, kleiner Bahnhof…

…aber für uns – 18 Teilnehmer aus Berlin – war es ein GROSSER Bahnhof, denn die junge Bürgermeisterin der Stadt, Frau Annett Jura, erwartete uns! Uta hatte für unsere Gruppe dieses interessante Treffen organisiert. Nach einer kurzen, freundlichen Begrüßung machten wir uns auf den Weg zum Rathaus. Frau Jura ist hier seit 4 Jahren als parteilose Bürgermeisterin im Amt. Sie führte uns durch die schönsten Räume des Rathauses. Im großen Sitzungssaal erfuhren wir viele Einzelheiten über die Zusammensetzung der Stadtregierung.

Perleberg hat z. Zt. etwas über 12.000 Einwohner. Zwischen 1347 und 1456 gehörten die Perleberger Kaufleute dem Hansebund an. Von einem Fenster des ehemaligen Gefängnisses der Stadt, welches sich im Dachgeschoß des Rathauses befindet, hatten wir einen tollen Ausblick auf den Marktplatz.

Hier steht stolz und eindrucksvoll der Perleberger Roland. Er beobachtet nun seit mehr als 500 Jahren das Geschehen des Ortes. Zum Abschied überreichte uns Frau Jura noch einen praktischen Beutel mit vielen Informationen. Als kleines „DANKESCHÖN“ spendeten wir einen Geldbetrag für die Jungendarbeit der Stadt. Diese Begegnung mit Frau Jura war wieder einmal eine kleine Aktion der „Völkerverständigung“ im Sinne der Satzung unseres Vereins. Wir danken Uta, dass sie uns dieses Treffen ermöglicht hat!!!

Anschließend gingen wir gemeinsam zum Mittagessen ins STATT CAFÉ. Da wir unser Wunschgericht bereits vorher ausgewählt hatten, konnten wir ohne lange Wartezeiten unser Essen einnehmen. Alle waren mit ihrer Wahl sehr zufrieden. Gestärkt ging es dann gemeinsam zur Stadtführung. Die vielen Fotos, die wir aufgenommen haben, sprechen für sich….Es war ein gelungener Ausflug mit vielen neuen Eindrücken. Das Wetter hatte auch mitspielt, denn erst auf dem Weg zum Bahnhof überraschte uns der Regen. Pünktlich um 16:44 Uhr startete unsere Rückreise nach Berlin.

Hannelore B.

 

27.-30. Juni 2019 Friends Visiting Friends in Mainz

By Wendy Haydon

Werner and I were so happy to have our Berlin friends visit Mainz, June 27-30, 2019! We enjoyed delicious food at the restaurants “Heiliggeist”, “Weinstube Zum Bacchus”, and “Eisgrubbräu”, as well as beverages and ice cream at several other local establishments. The Berliners were also introduced to a Mainz specialty, “Spundekäs”. This is a smooth cheese dip, served with chopped onion and mini pretzels on the side for dipping.

We had a great tour of the Kupferberg Sektkellerei, tasting sekt (delicious!!) and hearing about the history of the owner, the labels on the bottle, the sekt glass collection, and sekt production. On the walk back to the hotel, the small group of Dagmar, Angela, Werner, and Wendy stopped at a second, Sektkellerei named Gold Hand. We tasted the Gold Hand halbtrocken sekt; it was very refreshing and delicious as well!

The Saturday Morning Markt near the Mainz Dom is always a people pleaser – to shop for vegetables, fruit, flowers, meat, fish, bread, cheese, noodles, wine, oil, vinegar – it has so much to offer! And the Backfisch on Brotchen and Fleischwurst with Brotchen and senf are our personal favorites. The group had the opportunity to visit the Markt at their leisure.

The Saturday afternoon ferry from Mainz to the charming town of Rudesheim was so relaxing and enjoyable! The weather was perfect – sunny with a light breeze! We saw the Mainz waterfront and the beautiful Rhine River landscape. A walk through Rudesheim revealed many shopping and eating and drinking opportunities, interesting architecture, as well as hearing music and the bells chiming. Drinking a Rudesheimer Coffee (either cold or hot) is a highlight in the town!

We were unable to participate in the city tour due to Wendy’s school and Werner’s work, but we heard that the tour was really good. We were also unable to go on the Gutenberg Museum tour; we hope the group found it informative and interesting! We loved sharing a snapshot of our city and region with you all – thank you for your visit and we look forward to seeing you all again!!

Wendy H.

 

15. Juni 2019 - Eine kleine Landpartie

Spät entschlossen stieg ich am Sonnabend in die S-Bahn, fuhr nach Karow und traf die kleine Gruppe, die sich auf nach Groß-Schönbeck machen wollte - zur Landpartie und zum „Tag der offenen Höfe“. Mit der Heidekrautbahn waren wir bereits nach ca. 40 Minuten dort. Musik, Kulinarisches, geöffnete Bauernhoftore erwarteten die Besucher und Besucherinnen. Hatte der eine Hof unzählige Kutschen, waren auf dem anderen hohe Strohballen aufgebaut. Überall standen Tische mit Selbstgebackenem… Es geht doch nichts über einen frischen Bauernkuchen…

Aber der Höhepunkt des Tages war die geführte Feldtour. Über Wiesen und Felder, vorbei an Roggen und anderen Getreidefeldern und Wiesen, ratterte der Traktor mit seinem Anhänger und etwa 20 Personen darauf. Wir wurden kräftig durchgeschüttelt, aber es war ein unvergessliches Erlebnis. Neues, Unbekanntes und so manch Überraschendes haben wir über die Landwirtschaft und das ländliche Leben erfahren.

Rundherum war es eine gelungene Landpartie. Auch das Wetter spielte mit. Fröhlich und guter Dinge ging es abends wieder nach Berlin… Vielen Dank, Christine, für die tolle Idee. 

Magrit L.

 

16. Mai 2019- Spargelessen im östlichen Erzgebirge

Wer kennt die Ortschaften Meusegast und Krebs? Unsere 5-köpfige Gruppe mit gut 40 anderen Reisegästen auf der Spargelfahrt von BVB Touristik ins östliche Erzgebirge auch nicht, denn wir sind an den Ortschaften lediglich vorbeigefahren, kamen aber durch Oberhäslich, das jedoch keineswegs so hässlich aussah. Unser Ziel war der Landgasthof im Hotel Heidekrug in Cotta, wo es in Seniorenportionsgröße Spargel gab, entweder mit Schnitzel und Rösti, mit Rinderzunge und Salzkartoffeln oder mit Lachs und Nudeln oder wahlweise Salzkartoffeln. Es hat geschmeckt.

Gestärkt fuhren wir zum imposanten Schloss Weesenstein, auf das wir jedoch nur einen kurzen Blick werfen konnten wie auch auf den Spielplatz auf einer kleinen Insel in der Müglitz, wo bis zur großen Flut im Jahr 2002 ein Wohnhaus stand. Das war damals von den Wassermassen weggespült worden , was 2 Menschen das Leben kostete. Am DB-Bahnhof in Dippoldiswalde mussten wir einige Minuten auf den Dampfzug der Weißeritztalbahn warten, einer nostalgischen Schmalspurbahn. Eine Besonderheit in den historischen Waggons war der große Bullerofen, der uns ordentlich einheizte. Das enge reizvolle Tal der Weißeritz weitete sich zwischendurch zum ausgedehnten Stausee bei Malter mit vielen Wochenend- und Ferienhäusern am jenseitigen Ufer. Nach 45 Minuten ruckeliger Fahrt kamen wir wohlbehalten am Endbahnhof Freital-Hainsberg an.

Reiseleiter Christoph aus Dresden bescherte uns zwei Highlights: Auf der Hinfahrt eine Stadtdurchquerung der Hauptstadt Sachsens (Dresden) und auf der Rückfahrt auf Wunsch ein frisches Stück Eierschecke, das eine befreundete Bäckerin für 1,50 Euro an den Bus lieferte. Eine empfehlenswerte süße Spezialität! Es war ein rundum gelungener Ausflug, wobei wir in Sachsen vom Nieselregen verschont blieben und alles trockenen Fußes erleben konnten.

Wolfgang G.

 

09. Mai 2019 - Tagesausflug nach Neuruppin

In diesem Jahr jährt sich Theodor Fontanes Geburtstag zum 200. Mal. Das nahmen 14 Mitglieder unseres Chapters zum Anlass, Neuruppin, die Geburtsstadt Fontanes zu besuchen. Es ist kaum zu glauben, dass Neuruppin mit seinen 330 km² Fläche zu den größten Städten Deutschlands gehört. Die Stadt besteht aus 13 Ortsteilen, die sich um den Ruppiner See schmiegen. 

Wir beschränkten uns bei unserem Besuch auf die historische Altstadt. 1256 wurde Neuruppin das Stadtrecht verliehen. 1787 hatte ein Feuer zwei Drittel der Stadt in Schutt und Asche gelegt. König Friedrich Wilhelm II. ließ sie im frühklassizistischen Stil wiederaufbauen – mit großen Plätzen, parallelen Straßen, Häusern im Karree und begrünten Höfen.  Wir trafen uns am Bürger Bahnhof mit dem Zeitzeugen Philipp Bernard Francois Berson, geheimer Oberbaurat im Oberbaudepartement Preußens. Er konzipierte die Außengestaltung. Berson entwickelte die modernste Planstadt Preußens – ein rechtwinkliges Raster mit breiten Straßen. Er informierte uns über die Geschichte der Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten.  Stolz zeigte er uns die Pfarrkirche St. Marien, die er nach dem großen Stadtbrand schuf. Während der Nazizeit und später in der DDR schenkte man ihr keine Bedeutung. Sie verfiel und wurde gesperrt. Inzwischen wurde sie restauriert und entwidmet. Seit 2001 ist sie ein Veranstaltungszentrum. 

Am Platz hinter der Pfarrkirche blickten wir auf die massive Friedenseiche und das Schinkel –Denkmal.

In der Karl-Marx-Straße 84 befindet sich eine Apotheke. Dort wurde am 30. 12. 1819 Theodor Fontane geboren. Als Theodor 7 Jahre alt war, musste die Apotheke verkauft werden, da der Vater Spielschulden hatte. Die Familie zog nach Swinemünde. Auf Wunsch der Mutter zog Theodor Fontane nach Neuruppin zurück, um eineinhalb Jahre das „Alte Gymnasium“ zu besuchen, wie auch Karl Friedrich Schinkel, der Bildhauer Max Wiese, der Maler Wilhelm Gentz und die Lyrikerin Eva Strittmatter. Das Gebäude wird jetzt als Wissenszentrum der Region genutzt.

Unser Stadtrundgang endete an der Klosterkirche St. Trinitatis. Sie wurde zusammen mit dem zugehörigen Kloster 1246 errichtet. Im Zuge der Reformation fiel der Klosterbesitz um1540 an den Kurfürsten Joachim von Brandenburg, der es später der Stadt schenkte. In die Zeit fällt eine in der Klosterkirche abgebildete Legende über eine Maus, die eine Ratte verfolgt. (nachzulesen in den ‚Wanderungen durch die Mark Brandenburg‘) Heute ist die Kirche ein Ort voller Leben und es finden regelmäßig Orgelkonzerte statt.

Danach kehrten wir in das Restaurant „Klosterhof“ ein. Eine Stärkung war nach dem interessanten Vormittagsprogramm sehr willkommen. Im Garten des Restaurants gab es eine Ausstellung über Fontane und man konnte in einem Zelt sogar eine Nachbildung seines Arbeitszimmers mit seinem Schreibtisch besichtigen. 

Am Nachmittag besuchten wir das Museum Neuruppin und speziell die Ausstellung „fontane.200/Autor“. Die Ausstellung stellte uns mitten hinein in Fontanes Schreib-und Textwelten. Ehrlich gesagt, ohne "Guide" wäre ich ziemlich ratlos gewesen. Nie hätte ich die Hintergründe der Wortsammlungen, Textzeilen, Skizzen usw. erkannt. Die Dame, die uns mit viel Leidenschaft durch die Ausstellung führte, verstand es hervorragend, uns Fontanes kreativen Umgang mit Sprache, Wort und Geschichten näherzuzubringen. Am Ende der Führung beschloss ich, demnächst mal wieder ein Werk Fontanes in die Hand zu nehmen. 

Mein Dank gilt Hannelore, die diesen Tagesausflug mit dem interessanten Programm vorbereitet hatte.

Karin L.

 

13. April 2019 - Flughafen Tempelhof

Erinnerungen werden wach! 

Mit insgesamt 33 Teilnehmern ging es am 16. April, pünktlich um 15:00, auf zur Tour durch einige Gebäudeteile des Flughafens Tempelhof. Unsere Führung stand unter dem Motto „Verborgene Orte“. Der erste Stopp war verbunden mit einem Blick auf das „weite Feld“. Der „Rosinenbomber“ steht immer noch einsam auf dieser riesigen Fläche.

Das gewaltige Dach über uns hatte gleich zwei wichtige Funktionen: 

1. Da die Flugzeuge zum Starten oder bei der Landung hier geparkt wurden, kamen die Passagiere stets trockenen Fußes zum Einstieg oder zum Gebäude. 

2. Das Dach sollte auch als Tribüne für ca. 80.000 Zuschauer dienen, die Paraden oder militärische Aufmärsche  von oben betrachten sollten. Dieses Vorhaben wurde aber nie umgesetzt. 

Jetzt ging es in die Kellergewölbe. Wir sahen die Etage für das Gepäck der Passagiere, den stillgelegten Bahntunnel, die Luftschutzkeller mit ihren vielseitigen Bemalungen und den ehemaligen „Filmbunker“, dessen umfangreiches Archiv 1945 in Flammen aufging. Beim Anblick der verrußten Wände hatte man den Eindruck, dieses Inferno fand in der letzten Woche statt.  Als Krönung spazierten wir am Ende der Führung in die ehemalige Abfertigungshalle, die immer noch sehr beeindruckend auf uns wirkte.

Erst nach dem Krieg wurde der Flughafen von den Amerikanern endgültig fertig gestellt. Nun hatten die 4 Mächte Berlins jeweils ihren Flughafen. Die Briten im Westen Gatow, die Franzosen im Norden Tegel (Nord), die Russen im Osten Schönefeld und die Amerikaner im Süden Tempelhof. Während der Blockade war Tempelhof  die wichtigste Verbindung zu den Flughäfen im Norden, Westen und Süden Deutschlands. Vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 transportierten Flugzeuge in 278.000 Einsätzen mehr als 2,3 Millionen Tonnen Fracht nach West-Berlin. Durch die Luftbrücke wurde das Leben der Stadt gesichert.

Bei fast allen Teilnehmern kamen Erinnerungen hoch! Einige sind von Tempelhof in den Urlaub gestartet. Für Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR war dieser Flughafen das Tor zum Westen, denn es war für sie gefährlich, Transitwege von und nach Berlin zu benutzen. Die Flüge wurden vom Berliner Senat subventioniert und kosteten ca. 50 DM. Lebendige Erinnerungen gab es auch zur jährlichen Flugschau. Seit 1965 wurde auf dem Flughafengelände auch bei laufendem Betrieb dieses Spektakel den Berlinern geboten. Der „Rosinenbomber“ war immer ein beliebtes Objekt für die Zuschauer. Im Jahr 1971 wurde das größte Transportflugzeug der Welt, die Galaxy, gezeigt, die bedrohlich tief über Friedenau und Tempelhof einschwebte. So könnte ich noch viele Geschichten erzählen ... . Mein Fazit: Dieser Besuch hat sich gelohnt. Auch die anderen Führungen zum Thema: Mythos Tempelhof, Alliierte/Kalter Krieg, Drittes Reich oder Architektur sind sicher genauso sehenswert. 

Hannelore B.

Verborgene Orte 

Bereits im November vergangenen Jahres erlebten wir eine interessante Führung im GAT – Bereich des Flughafens Tempelhof, bei der uns die interessante Geschichte des Flughafens anhand vieler Bildtafeln nahe gebracht wurde. So war es wenig verwunderlich, dass das erneute Führungsangebot auf dem Gelände des Flughafens reges Interesse fand. Diesmal begaben wir uns allerdings gemeinsam mit der Führerin auf verborgenes und legendenumwobenes Terrain. Startpunkt war der südliche Flügel der riesigen Flughalle. Diese misst insgesamt 1,2 km und ist bogenförmig gebaut. In der Mitte des Hallenbogens befinden sich die Empfangs- und Verwaltungsgebäude, links und rechts sind die Hangars angeordnet. Baubeginn der heutigen Anlagen war Mitte der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, entsprechend auch der monumentale Baustil, wie er in der Zeit des Nationalsozialismus bevorzugt wurde.

Aber die Geschichte des Flughafens geht viel weiter zurück in der Zeit. Ehemals war hier ein Exerzierplatz der preußischen Armee. Daran erinnern Straßennamen wie z. B. Paradestraße, die sich in der Nähe befindet. Der erste Motorflug fand hier bereits im Jahre 1909 statt. Nach dem ersten Weltkrieg hatte es sich ausexerziert und die preußische Armee bzw. das deutsche Heer waren Geschichte. Gegen den Widerstand  der Rixdorfer und Tempelhofer Bevölkerung beschlossen die Berliner Stadtverordneten im Frühjahr 1923 den Bau eines Flugplatzes auf diesem Gelände. Baubeginn war bereits im Juni des gleichen Jahres und der Flugbetrieb startete am 8. Oktober mit zwei Flügen, einem nach Danzig und einem nach München. Das war alles natürlich nicht mit heutigen Verhältnissen zu vergleichen. Eine planierte Start- und Landebahn,  zwei hölzerne Flugzeughallen und ein Stationsgebäude – mehr brauchte es damals nicht, um abzuheben. Von Oktober 1923 bis zum Jahresende gab es hier insgesamt 100 Starts und Landungen mit 150 Passagieren, pro Flug also 1 bis 2 Passagiere, somit nur etwas für gut Betuchte! Auch Fracht wurde transportiert, insgesamt 1,3 t. Damit erwirtschaftete man das Grundkapital zum Bau. Der Berliner Magistrat, das Deutsche Reich und der Freistaat Preußen wurden Gesellschafter und der Ausbau des Flughafens konnte auf einem 1,5 km² großen Areal beginnen. Aus dem „Niemandsland“ wurde innerhalb von gut 2 Jahren ein moderner Flughafen mit direkter U-Bahn-Anbindung, damals weltweit einzigartig. Am 6. April 1926 erfolgte die Betriebsaufnahme für den planmäßigen Luftverkehr nach München, in die Schweiz, nach Österreich und nach Königsberg. Währenddessen schritt der Ausbau voran und bereits während der 2. Bauphase war abzusehen, dass der Flughafen aufgrund des starken Anstiegs des Luftverkehrs zu klein geplant war. Wem kommt das nicht bekannt vor … ! Zu Beginn der 30er Jahre stand der damalige Flughafen Tempelhof mit seinem Verkehrsaufkommen an der Spitze des europäischen Luftverkehrs. Aber, wie sollte es anders sein, die Grenzen der technischen Möglichkeiten waren bald erreicht und 1934 begannen die Planungsarbeiten für den Neubau eines Großflughafens an fast gleicher Stelle.

Der Architekt Ernst Sagebiel erhielt den Auftrag, das Reichsluftfahrtministerium war der Bauherr und der Flughafen sollte ganz im Stil der monumentalen Architektur des Nationalsozialismus errichtet werden. Die Planungen gingen von 6 Millionen Passagieren aus! Das Flughafengebäude, welches 1941 fertiggestellt wurde, war bis zur Einweihung des Pentagon in Amerika mit 307.000 m² Bruttogeschossfläche das flächengrößte Gebäude der Welt. Der neu beabsichtigte Großflughafen ging allerdings während des Dritten Reiches nicht mehr in Betrieb. Erst nach Ende des 2. Weltkrieges wurde er durch die Amerikaner wieder nutzbar gemacht und erhielt legendäre Berühmtheit durch die hier startenden und landenden Rosinenbomber während der Blockade. Allerdings mussten zunächst die Überreste der Bombardierung Berlins beseitigt werden, denn weit mehr als 100 Bomben waren auf dem Flugfeld nieder gegangen! Erst ab Juli 1950 durfte der Flughafen erneut zivil genutzt werden und war bis zu seiner Schließung im Jahre 2008 ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Westberlin und der BRD sowie anderen europäischen Staaten. 

Während unseres Rundganges tauchten wir tief in die verborgenen Gebäudeteile des Flughafens ein. Insgesamt 9 Etagen misst das Gebäude, drei unterirdisch und 6 überirdisch. Es ging treppauf und treppab! Im ersten Innenhof – kaum vorstellbar – befanden wir uns 12 m unter Straßenniveau!

Von hier aus ging es dann in die Luftschutzkeller. Kleine Räume, weiß getüncht mit „Wandmalereien“ nach Motiven von Wilhelm Busch. Für 80 Personen pro Raum, waren die Luftschutzkeller konzipiert, 0,6 m² pro Person. Eine Lüftungsanlage ist vorhanden, an den Wänden sollen Bänke gestanden haben, hygienische Einrichtungen waren nicht erkennbar. Wie haben die Menschen Stunden und aber Stunden der Angst hier überstanden?

Auf dem Weg nach oben, durften wir dann noch ein Sqash-Halle aus der Zeit der Nutzung durch die Amerikaner besichtigen. Wie dicht hier doch Geschichte beieinanderliegt. Danach ein Abstecher zum Eisenbahntunnel, der heute als Zufahrtstraße zum zweiten Innenhof dient. Er war für den Austausch von Postsendungen zwischen Bahn und Flugzeugen gedacht und führte zum Güterbahnhof Hermannstraße.

Wir gingen durch den Tunnel und kamen so zum südöstlichen  Gebäudekomplex. Hier befindet sich der sog. Filmbunker. Er ist mit 12,50 m Tiefe der tiefstgelegene Gebäudeteil des Flughafens und mit einer aufwendigen Lüftungsanlage ausgestattet, die den Brand zum Kriegsende überstanden hat. Bis April 1945 wurden hier wertvolles Kartenmaterial und Luftbildaufnahmen gelagert. Ein Feuer, welches – wie man heute weiß – von den Nazis selbst gelegt wurde, zerstörte alles. Die Spuren dieses 1200 °C heißen, mehrere Tage wütenden Feuers sind noch heute sichtbar! Damit ging die Führung ihrem Ende entgegen. Wir begaben uns in die ehemalige Empfangshalle. Etwas gespenstisch war das schon. Sehr sauber, gut erhalten, so als ob jeden Moment der Betrieb beginnt, aber menschenleer und sehr ruhig! An der Wand ein großes Bild zur Erinnerung an die Luftbrücke, auf dem ein kleines Mädchen einem amerikanischen Soldaten einen Blumenstrauß überreicht.

Mich hat diese Führung sehr beeindruckt, auch wenn ich am Ende ziemlich erschöpft und fußlahm war. Solche Orte sieht man sonst nur auf Fotos! Vielen Dank an Diana Beck für die schönen Panoramafotos! 

Ilona S.

 

17. März 2019 - Werkbundarchiv, Museum der Dinge in Kreuzberg

Ganz ehrlich! Ohne die Verabredung mit Freunden von Brücke der Freundschaft hätte ich an diesem tristen, grauen und verregneten Sonntag Nachmittag sicher keinen Fuß vor die Tür gesetzt. Das Mittag ließ ich ausfallen, denn nach dem Museumsbesuch sollte es noch zum Kuchenkaiser am Oranienplatz gehen. Der Regen war auch pünktlich, als ich losging fing es an! Ich war nicht die einzige, die etwas durchnässt ankam. Unserer Stimmung tat dies keinen Abbruch.

Das Museum präsentiert sich in einem ehemaligen Werkstattgebäude mit mehreren Hinterhöfen im dritten Obergeschoss als Offenes Depot, soll heißen, das ausgewählte Objekte des ca. 40.000 Stücke umfassenden Sammlungsbestandes in einer Vielzahl von Vitrinen ausgestellt sind.

Wobei, ausgestellt würde ich das gar nicht nennen. Nach Sachgebieten geordnet, werden die Objekte in einer fast unüberschaubaren Menge von Vitrinen auf der über 500 qm großen Ausstellungsfläche aufbewahrt. Während der Führung erfuhren wir Interessantes über den Deutschen Werkbund, dessen Archiv Kern des Museums ist. Der Deutsche Werkbund wurde 1907 von Künstlern, Intellektuellen, Industriellen und Politikern gegründet und existiert bis heute. Aus ihm ging auch die Bauhausbewegung hervor, die 1919 in der Gründung des Bauhaus Weimar gipfelte. Aber anders als das Bauhaus existierte der Werkbund auch während des Nationalsozialismus weiter und wurde vom Regime für seine Zwecke vereinnahmt. Zurück zum Museum. Die Sammlungsobjekte spiegeln gut 100 Jahre Gebrauchskultur in unseren Landen wieder.

Manch einer von uns, fand Gegenstände seiner Kindheit in den Vitrinen. Objekte namhafter Designer, anonymes Design, Nützliches und Unnützes, funktionale und puristische Objekte, Geschmachsverirrungen und Kitsch fristen in den Vitrinen ein friedliches Nebeneinander. Besonders skurril: Ein Sofakissen mit dem Konterfei Hitlers, diverses Militaria Spielzeug, Souveniers der olympischen Spiele von 1936, eine Fernsehtruhe mit Minifernseher und, und, und ... . Aber auch zeitlos schöne Dinge konnte man sich anschauen. Eben die Dinge unseres und des Lebens unserer Großeltern und Eltern im Wandel der Zeit.

Ilona S.

 

14. Februar 2019 - Royal Danish Embassy –  FANØ DIARY – An Exhibition with PHOTO ART

Ilona received an invitation from the “KONGELIG DANSK AMBASSADE” for the opening of the exhibition with unique photos. She found 7 followers. We all together spent a nice evening with some snacks and lots of good wine. At the beginning an employee of the embassy told us some details about the island of FANØ and the traditions of the population. After his speech we had time making up our mind. The text from the officially flyer helped us understanding the meaning of the photos much better:

“This amazing exhibition is a new approach where contemporary photos art illustrates the very special heritage that fascinates everyone who comes into contact with it. We wish to make the viewer curious about FANØ’s cultural history, but also to add new artistic angles to the “life moments” of the past – both every day and special moments”.  

Hannelore B.