Brücke der Freundschaft e. V.

Berichte und Meinungen von Mitgliedern und Gästen

Auf dieser Seite finden Sie Kommentare, Beiträge und Bilder unserer Mitglieder und Gäste zu unseren Veranstaltungen.

On this page you can find comments of our members and guest of our Events.

 

17. September 2018 - Deutsches Currywurst Museum

Ohne Führung geht es nicht, deshalb begleitete uns „Lucki“ durch die kleine Ausstellung. „Lucki“, ein waschechter Berliner mit viel Humor, machte seine Sache sehr gut. Eigentlich geht es nicht um die Wurst, sondern es geht um die Sauce! Hier hat so jeder „Budenbetreiber“ sein Geheimrezept! Sicher hat auch jeder von uns so seinen „Lieblingsimbiss“.

Im Museum durften wir alles anfassen, Gewürze „schnuppern“ und erraten, Schubladen öffnen und Kuriositäten erfahren sowie in der „historischen“ Imbissbude der „Drei Damen vom Grill“ ein kleines Fotoshooting machen. Es gab also viel zu sehen und der Besuch hat sich gelohnt. Leider schließt das Museum seine Pforten am 21. Dezember 2018. Deshalb waren wir besonders froh, es besucht zu haben. „Alles hat ein Ende und die Currywurst macht dicht!“ 

Hannelore B.

 

03. September bis 12. September Europakonferenz in Polen 

Prè-Conference-Tour im Raum Katiwice (03-05.09.2018)

On Monday, September 3rd, 10 conference participants visited the Wieliczka Salt Mine, a World Heritage Site. The salt mine was opened in the 13th century; it produced table salt continuously until 2007. We went down about 400 steps (134 meters underground)!!

We then ate a delicious lunch at a nearby Creperie.

Back in Krakow, our group toured the city on electric cars (they were like large golf carts)! Following that tour, we went to the Rynek Underground Museum; the museum opened in 2010 and was created after underground tunnels under Krakow’s Main Market Square were discovered and excavated. The museum is subtitled, “In the Footsteps of Krakow´s European Identity” and plots the evolution of the city from its earliest settlements in 2000BCE to the death of Pope John Paul II in 2005.

On Tuesday, September 4th, our group visited Auschwitz and Birkenau – it was a very somber tour, at times almost too much to bear.

 

We then went to a lovely restaurant (Chata Na Zaborskiej) for delicious Polish food. Our full-day tour continued with a visit to the Tyskie Brewery – we walked through many of the facilities, then learned how to properly taste beer! Such fun!!

 

On Wednesday, September 5th, the planned boat trip on the Dunajec River and visits to the Czorsztyn Castle and Niedzica Castle were cancelled due to expected bad weather. Instead, we visited the Sztolnia Krolowa Luiza Coal Mine and ate another delicious lunch!! 

Wendy H.

 

Post-Conference-Tour nach Danzig/Gdansk  (10.-12.9.2018)

Nach der gelungenen Konferenz in Katowice fuhren wir am Montag, dem 10. September, morgens gegen 9.00 Uhr mit dem Zug nach Danzig Es war eine kleine „Internationale Gruppe“!!! Rolf aus Schweden, Ernst aus der Schweiz, Mary und Michael aus den USA, Hannelore aus Deutschland und Janusz, unser Reiseleiter, aus Polen. Nach der Ankunft stärkten wir uns bei einem gemütlichen Essen in einem italienischen Restaurant (nicht so ganz passend für Polen) für die nächsten Unternehmungen. Eine ½-stündige Bootsfahrt brachte uns zur Westerplatte. Das ist eine langestreckte Halbinsel zwischen Ostsee und Hafenkanal bei Danzig. Bekannt wurde sie durch den Beschuss des polnischen Munitionslagers am 1. September 1939, der als Beginn des Zweiten Weltkrieges gilt. Wir hatten ca. eine Stunde Zeit, um zum Denkmal zu gehen. Zurück in Danzig unternahmen wir eine Fahrt mit dem Riesenrad, welches uns fünf Mal in die Runde schickte. Es ist zwar nicht ganz so groß und gewaltig wie das „London-EYE“ aber wir hatten trotzdem Spaß in unserer kleinen Gondel!

Am Dienstag starteten wir bereits um 9.00 Uhr eine kleine Stadtrundfahrt mit einem Elektrozug für 6 bis 10 Personen. Flink und routiniert steuerte Thomas durch die engen Straßen und erklärte uns alle wichtigen Details zu Bauwerken, Denkmälern und Begebenheiten in perfektem Englisch! Besonders beeindruckt waren wir, als wir hörten, dass er ein Enkel von Lech Walesa ist. An der ehemaligen Leninwerft legten wir einen Stop ein. Hier begann 1980 die Streikbewegung der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc, die auch von Papst Johannes Paul II unterstützt wurde. Lech Walesa war seit dem 17. September 1980 der Vorsitzende dieser Gewerkschaft.

Thomas brachte uns nach dieser interessanten Rundfahrt zum Fährschiff, welches uns in einer einstündigen Fahrt in den mondänen Badeort Zoppot/Sopot brachte. Das Schiff legte hier an der längsten hölzernen Seebrücke Europas an. Am Strand konnten wir die imposanten Luxushotels bewundern. Nach einem kleinen Mittagessen und Stadtrundgang ging es mit dem Zug zurück nach Danzig. Auf dem Weg vom Bahnhof zurück zum Hotel kamen wir an der großen Markthalle vorbei. Die „Hala Targowa“ bietet eine Vielzahl von Waren an: frisches Obst und Gemüse, Lebensmittel aller Art, viele Imbissstände mit Leckereien faber auch Kleidung und Schuhe. Abends hatte Janusz für uns einen Tisch im Restaurant „Mestwin Tawerna“ mit Kaschubischer Küche reserviert. Hier ließen wir es uns so richtig gut gehen! Das Essen schmeckte allen sehr gut und als Krönung gab es auch noch ein Gläschen „Danziger Goldwasser“. Für einige in der Gruppe eine neue Erfahrung! Sie konnten nun behaupten, dass sie nicht nur Gold im Mund, sondern auch im Magen und später im Darm hatten – aber das ist sicher ein längerer Prozess!

Der Mittwoch war für einige von uns bereits der Abreisetag! Am Vormittag saßen wir noch gemeinsam bei einem Kaffee in einem netten Restaurant am Wasser in der Nähe des weltberühmten Krantors. Für Mary und Michael, Rolf und Janusz ging es am frühen Nachmittag weiter oder zurück in die Heimat. Ernst und ich nutzten die verbleibende Zeit, um uns das neue Museum mit einer beeindruckenden Ausstellung über den Zweiten Weltkrieg anzuschauen. Angesichts der derzeitigen politischen Einstellung Polens erachten manche die Darstellung aller Ereignisse als etwas einseitig. Trotzdem bereuten wir den Besuch der Ausstellung nicht. Den Tag ließen wir ausklingen bei einem Bier nebst einem kleinen Fischgericht. Am Donnerstag ging es auch für Ernst und mich wieder zurück nach Hause. Es waren schöne Tage in Danzig. Ganz herzlich danken wir Janusz für die Organisation dieser  erlebnisreichen und interessanten „Post-Conference-Tour“.

Hannelore B. 

 

Persönliche Eindrücke von der Konferenz in Katowice

Ich nahm neben sechs weiteren Mitgliedern unseres Chapters an der Europakonferenz von PtPI in Katowice teil. Nach der Konferenz fragte ich mich, was waren deine Highlights der diesjährigen Konferenz? Für mich gab es ein paar Dinge, die mir besonders gefielen:

  1. Die Wahl des Präsidenten von PtP Europa fand zum ersten Mal auf Vorschlag von Svenn Erik Kristensen (Dänemark) geheim statt. Es gab zwei Kandidaten: Genci Mucaj aus Albanien, ein erfahrenes Mitglied von PtPI, das bisher in verschiedenen leitenden Gremien Positionen innehatte und Kaloyan Stoyanov, ein junges Mitglied unserer Organisation, das voller Ideen und Tatendrang zu sein scheint. Zu meiner Freude wurde Kaloyan mit 11:2 Stimmen gewählt. Ich bin davon überzeugt, dass PtPI viele junge Leute braucht, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
  2. Vier junge  Mitglieder aus Jerewan, Roman, Varna und Plovdiv hatten über ihre Arbeit berichtet. Ihr Engagement hat mich sehr beeindruckt.
  3. Die Atmosphäre während der gesamten Konferenz war besonders angenehm, fast familiär. Yanouch Vozgnacque und Schüler der internationalen Privatschule leisteten Großartiges. Gewiss trugen auch die "Locations" dazu bei. Es muss nicht immer ****Niveau sein. Das macht auch die Teilnahme für Mitglieder aus Osteuropa erschwinglicher.
  4. Die große Anzahl jugendlicher Konferenzteilnehmer hatte etwas Erfrischendes. Die jungen Leute waren sehr aufgeschlossen. 

Es war eine gute Entscheidung, an der Konferenz in Katowice teilzunehmen.

Karin L.

 

30. August bis 03. September 2018 - Homestay in Hettiswil

Auch in diesem Jahr hatte ich das Glück, einen Homestay-Aufenthalt in der Schweiz genießen zu dürfen. Meine Gastgeber waren Mirta und Daniel R. mit ihren beiden Kindern Jan und Svenja aus Hettiswil in der Nähe von Bern. Ich wurde ausgesprochen nett von der Familie aufgenommen und verbrachte einige phantastische Tage mit Mirta und Daniel. Nicht nur, dass ich in vollem Umfang am Familienleben teilhaben durfte, sondern sie schenkten mir auch sehr viel Zeit. Mirta ließ es sich nicht nehmen, mich bei meiner Ankunft vom Bahnhof in Burgdorf abzuholen, mich zum Treffen mit den Schweizer Freunden nach Burgdorf zu bringen und mich bei meiner Abreise erneut zum Bahnhof zu bringen.

Aber damit nicht genug. Am Freitag unternahmen wir gemeinsam einen Ausflug in die Schweizer Hauptstadt Bern. Auch wenn das Wetter etwas durchwachsen war, verbrachten wir dort herrliche Stunden. Zunächst ging es mit der Gurtenbahn auf den Berner Hausberg, den Gurten. Mit 864 m Höhe ist er ein beliebtes Ausflugsziel der Berner. Bei schönem Wetter hat man eine herrliche Sicht über die Stadt an der Aare. Auf dem Gipfel befindet sich eine große Parkanlage, die zum Spazierengehen, aber auch zu vielen sportlichen Aktivitäten einlädt.

Nach der Abfahrt bummelten wir durch die Altstadt. Das ist eine 6 Kilometer lange Flaniermeile mit Arkaden, die vor Regen und Sonne schützen, was an diesem regnerischen Tag durchaus von Vorteil war. Umgeben wird die Altstadt von der Aare, die für die Berner nicht einfach nur ein Gewässer ist! Aareschwimmen und Aarebötle gehören für sie im Sommer dazu. Auch Jan, der Sohn von Mirta und Daniel, frönt regelmäßig dieser Leidenschaft. Wir sahen allerdings keine Aareschwimmer. Dazu war es wahrscheinlich an diesem Spätsommertag zu kalt.

Dafür faszinierten mich die Figurenbrunnen aus der Renaissance, die Zytglogge (Zeitglockenturm) und das Berner Münster um so mehr. Vom Münster hatten wir einen sehr schönen Blick auf die Aare und den Bärenzwinger, welchem wir natürlich auch einen Besuch abstatteten. Vor dem Bundeshaus fand ein großer Tourismusmarkt statt. So konnte ich auch Schweizer Brauchtum und Schweizer Trachten bewundern.

Nicht genug mit diesem tollen gemeinsamen Tag in Bern. Am Sonntag luden mich meine Gastgeber zu einer Rundfahrt durch das Emmentaler Land ein. Natur pur! Einfach herrlich für einen eingefleischten Großstädter. Diese Hügellandschaft im Berner Mittelland an Emme und Iflis ist Balsam für die Seele. Wunderschön sind die typischen Emmentaler Bauernhäuser anzusehen. Auf den Wiesen sieht man schwarze und weiße Schafe, Ziegen und Kühe. Sogar Lamas haben an einer Stelle hier ein Zuhause gefunden.

Daniel und Mirta führten mich zu den wohl schönsten Orten des Landes: Zur Würzbrunnenkirche, die vermutlich 1000 Jahre alt ist. Sie war häufig Drehort für Schweizer Heimatfilme und ist als Hochzeitskirche sehr beliebt.

In der Nähe der Kirche befindet sich Gretis Waldgarten, der nicht nur seinen Besitzern Freude macht, sondern jährlich viele internationale Besucher anlockt. Die Schweizerin Greti Liechti legte diesen märchenhaften Garten an, nachdem sie im Radio hörte, dass in der Schweiz pro Sekunde ein Quadratmeter Land verbaut wird.

Letzte Station war die Dahlienshow der Gärtnerei-Waldhaus in Lützelflüh. Wirklich wunderschön!!! Es war eine unvergessliche Zeit, die ich mit Daniel, Mirta und ihren Kindern verbringen durfte. Mir bleibt nur, Danke zu sagen für diese vielen beeindruckenden Erlebnisse. Ein Dankeschön auch an Patricia für die Vermittlung dieses Homestay-Aufenthalts.

 Ilona S.

 

10. bis 12. August 2018 - Mit Volldampf auf den Brocken

Für mich war es ein ganz besonderer Ausflug. Der Brocken war bis zum Mauerfall 1989 Sperrgebiet und ab 1961 hermetisch abgeriegelt. Zwei Überwachungs- und Spionagestationen befanden sich auf dem Gipfel, eine gehörte dem sowjetischen Geheimdienst, die andere wurde vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR betrieben. Für den normalen DDR-Bürger endete die Brockenbahn im Ort "Elend" und selbst für diese Fahrt benötigte man eine Genehmigung. Wen wundert es also, dass die Besteigung des Brockens nach der Wiedervereinigung zum Volkssport Nr. 1 im Harz wurde, denn es führen sehr schöne Wanderwege zum Gipfel. Ich zog allerdings auch bei meinem ersten Besuch im Jahre 2009 den bequemen Weg mit der Brockenbahn vor. Damals verfolgte mich jedoch das Pech, denn ich erwischte einen von durchschnittlich 360 Nebeltagen pro Jahr. Umso schöner, dass es dieses Mal auch mit dem Wetter super klappte. Knapp zwei Stunden fährt der Dampfzug bis zum Gipfel. Dort erwartete uns eine hervorragende Fernsicht, und im Brockenhaus informierten wir uns nicht nur über Flora und Fauna, sondern auch über den ehemaligen Grenzverlauf.

Aber auch das Städtchen Wernigerode hatte viel zu bieten. Die wunderschönen Fachwerkhäuser locken bei rund 34,5 Tsd. Einwohnern jedes Jahr gut 1,2 Mio. Touristen hierher. Ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor! Überhaupt gehört diese Stadt zu den Städten in den neuen Bundesländern, die es sozusagen „geschafft“ haben. So erfuhren wir auf der einstündigen Stadtführung rund um das Wernigeröder Rathaus, dass es hier gleich mehrere renommierte Chöre gibt, die bereits Preise auf internationalen Festivals gewannen. Die 1991 gegründete Hochschule, wo verschiedene Studiengänge der Betriebswirtschaftslehre und des Verwaltungsmanagements, aber auch so moderne Studiengänge wie Medien- und Spielekonzeption angeboten werden, bringt junge Leute in die Stadt. Und auch als Industriestandort konnte sich die Stadt konsolidieren. So findet man hier nicht nur die Hasseröder Bierbrauerei, sondern auch eine traditionsreiche Schokoladenfabrik, die Schneider GmbH, die Schreibgeräte produziert, und, und, und … Wenn man durch die Stadt spaziert, sieht man, dass es Wernigerode gut geht.

Ein weiteres Highlight unseres Wochenendes, war die Fahrt mit der Bimmelbahn zum Wernigeröder Schloss, wo wir an einer interessanten Führung durch die Innenräume teilnahmen. Das heutige Schloss stammt aus dem ausgehenden 19. Jh. wurde aber bereits 1929 von der fürstlichen Familie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten aufgegeben. Bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts konnte es öffentlich besichtigt werden. Während der DDR-Zeit beherbergte es das Feudalmuseum und ist heute als Schlossmuseum der Öffentlichkeit zugänglich. In rund 50 Ausstellungsräumen werden original eingerichtete Wohnräume des deutschen Adels vor 1918 gezeigt. Viele Ausstellungsstücke sind Leihgaben der Familie Stolberg-Wernigerode. Außerdem finden hier einmal jährlich die Schlossfestspiele statt. Es lohnt sich also durchaus, noch einmal hierher zu kommen!

Für uns verging die Zeit viel zu schnell. Der Kunsthandwerkermarkt bot jede Menge "Krimskrams" an, aber wir hatten unseren Spaß beim Stöbern und das eine oder andere Teil wechselte den Besitzer.

Fazit: Ein rundum gelungenes Wochenende!

Ilona S.


04. August 2018 - Abschied von Marina

Am 16. Juli 2018 verstarb viel zu früh unser Mitglied Marina W. im Alter von nur 58 Jahren. Die Trauerfeier sowie die Urnenbeisetzung fanden am 4. August 2018 in Vichel statt. Aus Berlin reisten Dagmar, Hannelore und Peter an. Auch unser ehemaliges Mitglied Hans-Dieter schloss sich der Gruppe an.  In der Dorfkirche in Vichel versammelten sich ca. 80 Trauergäste, um sich von Marina zu verabschieden. Ein Redner ließ ihr Leben Revue passieren und erzählte zahlreiche  Einzelheiten und wichtige Meilensteine aus ihrem Leben. Marina war viele Jahre aktives Mitglied im Chor „Terz mit Herz“. Natürlich war es für den Chor Ehrensache, die Trauerfeier mit vier passenden Liedern zu untermalen. Nach der Feier trug Marinas jüngerer Bruder ihre Urne zum nahegelegenen Friedhof. Alle folgten ihm schweigend zum Klang der Kirchenglocken. Bewegend war die Beisetzung der Urne. Jeder bekam nun die letzte Gelegenheit, sich von Marina zu verabschieden. Von vielen wurde eine Blume als letzter Gruß liebevoll nach einem kurzen, stillen Gedenken auf das frische Grab gelegt.

Anschließend folgten wir der Einladung der Angehörigen in das alte Schloss von Vichel, wo ein Imbiss mit Suppe, Salat und Canapés gereicht wurde. An verschiedenen Tischen, die sehr hübsch eingedeckt waren, hatten alle Gäste die Möglichkeit miteinander zu sprechen. Wir nutzen diese und versicherten Lars, ihrem Lebensgefährten, unsere Unterstützung und Hilfe für seine Zukunft. Gegen 14.15 Uhr fuhren wir wieder zurück nach Berlin.

Hannelore B.

 

22. Juli 2018 - Mit dem Schiff zur Woltersdorfer Schleuse

Eine ansehnliche Gruppe von 19 Mitgliedern und Gästen fand sich an diesem wunderschönen Sommersonntag am Treptower Hafen ein. Spree - Müggelspree - Großer Müggelsee - Kleiner Müggelsee - Neu-Venedig - Dämeritzsee - Flakenfließ - Flakensee, das waren die abwechslungsreichen Stationen mit dem Ausflugsschiff Berolina der Stern- und Kreisschiffahrt.

Auf dem Oberdeck gab es ausreichenden Platz für unsere Gruppe. Da die Sonne meistens von leichten Wolken verhüllt war, konnte man es dort bei schwachem Wind gut aushalten. Nur mussten einige auf ihren Kaffee warten, weil zu Beginn der Fahrt die Stromversorgung auf dem Schiff ausgefallen war, aber zum Glück relativ rasch wieder in Gang gesetzt werden konnte. Besonders reizvoll war die Durchquerung von Neu-Venedig mit seinen unzähligen Datschen und Häuschen mit meist sehr gut gepflegten Gärten an den großen und kleinen Kanälen, die das Gebiet durchziehen.

Nach dreistündiger Fahrt war das Ziel Woltersdorf erreicht. Vom Anleger war es nicht weit zum Restaurant Liebesquelle, wo Plätze für unsere Gruppe unter großen Sonnenschirmen reserviert waren und eine Freundin von Ilona als weiterer Gast auf uns wartete. Von hier aus hatte man einen schönen Blick auf die Woltersdorfer Schleuse mit ihrer Hubbrücke - man fühlte sich nach Holland versetzt. Nach einem wohlschmeckenden Mittagessen mit sehr netter Bedienung teilte sich die Gruppe.

Sechs Mitglieder machten sich auf den schattigen Weg hinauf zum Aussichtsturm auf dem 106 m hohen Kranichberg und erklommen den 25 m hohen hölzernen Turm, andere ließen es sich in einem Café am Flakensee gut gehen. Der Aussichtsturm bot die von Ilona versprochene hervorragende weite Sicht bis zum Berliner Funkturm - kein Wunder, dass die Stasi wegen des weiten Panoramas den Woltersdorfer Turm ab 1979 nutzte, weswegen er bis zur Wende für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Beim Aufstieg im Turm konnte man sich eine vielfältige Dokumentation der Geschichte Woltersdorfs und Rüdersdorfs als Drehorte der Filmindustrie nach dem 1. Weltkrieg zu Gemüte führen und auch einige Relikte der Kulissen sehen.

Ein besonderes Erlebnis war die Rückfahrt zum S-Bahnhof Rahnsdorf mit der nostalgischen Straßenbahn. Man wurde gut durchgerüttelt, und bei der Fahrt durch den Wald legte der Fahrer einen ordentlichen Zahn zu. Die S3 brachte uns dann wieder in die Stadt zurück. Vielen Dank an Ilona für die Organisation des schönen Ausflugs!

Wolfgang G.

 

19. Juni 2018 - Führung im Hotel Oderberger

Immer dienstags ab 17.00 Uhr findet im Hotel Oderberger in Prenzlauer Berg eine kostenlose Führung statt. Wir trafen uns am U-Bahnhof Eberswalder Straße und spazierten zum Hotel und Stadtbad in der Oderberger Straße. Der Eigentümer des Hotels führte uns zuerst in das gemütliche Kaminzimmer, eine kleine Bar mit geschmackvollem Mobiliar. Hier erzählte uns Herr Jaeschke ausführlich über den Kauf des alten Schwimmbads, die umfangreiche Planung, Sanierung und den Umbau vom öffentlichen Bad zum Hotel mit ca. 70 Zimmern und 2 Appartements mit Vier-Sterne-Plus-Niveau. Auch viele technische Einzelheiten erklärte er sehr anschaulich. So erfuhren wir, dass in diesem alten Bau modernste Technik, wie Heizung oder neuste LED-Beleuchtung, eingebaut wurden! Das Schwimmbad, im denkmalgeschützten Neo-Renaissance-Bau, das an fünf Tagen in der Woche der Öffentlichkeit zugängig ist, kann nach Bedarf in einen Ballsaal oder einen Sitzungssaal umgestaltet werden. Dafür erhielt das Becken einen Hubboden, der bis auf Beckenrandhöhe nach oben gefahren werden kann. Das Wasser bleibt darunter im Becken erhalten. So entsteht eine Veranstaltungsfläche, die Platz für bis zu 800 Gäste bietet.

Im ehemaligen Heizungskeller befindet sich jetzt das Restaurant Oderberger. Details aus der Vergangenheit sind noch gut sichtbar. Ansonsten findet man im gesamten Haus viele Einzelheiten, die immer noch an eine alte Badeanstalt, mit Schwerpunkt auf Dusch- und Wannenbäder für die damalige Bevölkerung, erinnern. Wir fühlten uns teilweise in die Zeit vor 1986 versetzt. Eröffnet wurde das Bad 1902 als Volksbadeanstalt, 1945 überstand das Gebäude den Krieg unbeschadet. Leider wurde es 1986 aufgrund nach damaliger Ansicht irreparabler Schäden an der Bausubstanz geschlossen.

Nach dem Fall der Mauer nutzten Künstler das leerstehende Bad. Der morbide Charme war eine gute Kulisse für diverse Veranstaltungen oder eigenwillige Fotos. Das Ehepaar Jaeschke erkannte das Potential der Bauruine und erwarb das Gebäude 2011. Danach ging es schnell voran. Nach 5-jähriger Planungs- und Bauzeit wurde das Hotel mit dem wunderschönen Schwimmbad im Dezember 2016 wieder eröffnet. Es gäbe noch so Vieles über den Bau und Umbau dieses Hauses zu berichten…. Wer neugierig ist, kann noch viele Einzelheit bei Wikipedia oder unter www.hotel-oderberger.de nachlesen.

Nach der Besichtigung hatte ich im Restaurant „Die Schule“, dass zum GLS Campus Berlin gehört, für unsere Gruppe einen Tisch bestellt. Die reichhaltigen Angebote auf der Speisekarte ließen keine Wünsche offen! Alle waren mit der Wahl ihres Essens sehr zufrieden. So saßen wir noch gemütlich bis ca. 21.00 zusammen. Es war wieder mal eine gelungene Veranstaltung!!!

Kleine Anmerkung: Das Hotel Oderberger ist Teil des GLS Campus, einer international etablierten Sprachschule mit mehr als 6.000 Kursteilnehmer/innen pro Jahr aus dem In- und Ausland. Auch hier gibt es Informationen auf der Website www.gls-sprachenzentrum.de

Hannelore B.

 

15. Juni 2018 - Tag des Ehrenamtes

Auch in diesem Jahr hatten wir einen Stand beim Tag des Ehrenamtes. Wir folgten dem Aufruf des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Insgesamt nahmen 43 Organisationen teil, die pünktlich um 14.00 Uhr ihre Stände eröffneten. Beim „Ausschmücken“ unseres Standes half mir Britta. Etwas später kam auch noch Gaby hinzu. Wie üblich hatten wir unsere Banner mit „People to People“ und „Brücke der Freundschaft e. V.“ gut sichtbar befestigt. Auch die 12 Flaggen aus aller Welt wirkten als echter Hingucker! Platziert hatte uns das Bezirksamt zwischen den Parteien Bündnis 90/Die Grünen BVV Fraktion und der AfD Fraktion. Viele Passanten liefen durch die Wilmersdorfer Straße, aber leider waren wenige echte Interessenten dabei. Wie immer verteilten wir auch kleine „Werbemittel“. Ob unsere Aktion von Erfolg gekrönt sein wird, kann man noch nicht beurteilen! Aber vielleicht kommt der eine oder andere „Newcomer“ zum nächsten Stammtisch oder meldet sich bei einer unserer Aktivitäten an. Wir geben die Hoffnung nicht auf! Insgesamt waren 11 Mitglieder im Laufe des Tages anwesend. Der Vorstand bedankt sich ganz herzlich für die freundliche Unterstützung. Was ich noch erwähnen möchte: Unsere 1. Teilnahme am Tag des Ehrenamtes war am 17. September 2004, damals noch auf dem Karl-August-Platz.

Hannelore B.
 

02. Juni 2018 - Tagesausflug nach Prenzlau

Was machte Till Eulenspiegel in Prenzlau? Nun, wir haben es nicht herausgefunden. Aber er muss wohl auch hier seine Scherze getrieben haben, warum sollten die Prenzlauer ihm sonst ein Denkmal setzen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an den letzten Ausflug nach Prenzlau, damals noch mit Fahrrad - lang, lang ist es her. Hier noch einmal der Bericht zum Nachlesen. Mit "Onkel Albert" hat es in diesem Jahr leider nicht geklappt. Sollte wohl nicht sein, denn ein heftiges Gewitter hätte die Ausflügler mitten auf dem Unteruckersee erwischt. War trotzdem ein rundherum gelungener Ausflug!

Hier nun der Bericht aus dem Jahre 2007:

13./15. Mai 2018 - Gäste aus den USA

Unser Chapter konnte vom 13.05. bis 14.05.2018 acht Amerikaner von verschiedenen Chaptern aus den USA empfangen. Unter den Reisenden waren auch die Enkeltochter des ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, Mary Eisenhower, und ihr Sohn Merril Eisenhower Atwater, der seit kurzem Geschäftsführer (CEO) von PtPI ist.

Im „Gasthaus Landauer“ am Rüdesheimer Platz konnten wir unsere Gäste kennenlernen. Ich kam gegen 19.00 Uhr ins Restaurant, begrüßte sie mit dem Hinweis, dass mein Englisch "very bad" sei und setzte mich zum Reiseleiter Sebastian, der die Reisegruppe begleitete. Es kamen noch Gloria, Joan, Gabi, Dagmar und deren Nichte, die sich alle angeregt mit unseren Gästen unterhielten. Ich glaube, dass unseren Freunden das Ambiente, das Essen und auch die Gespräche gefielen. Am nächsten Tag begleiteten Joan und Gloria die Gruppe nach Potsdam. Sie besuchten den Park von Sanssouci und das Holländische Viertel. Nach einem Mittagessen im Restaurant „Zum Fliegenden Holländer“ im Holländischen Viertel fuhren alle nach Berlin zurück.

Mit etwas Verspätung kam der Bus mit unseren Gästen am Bahnhof Gesundbrunnen an. Während einer Führung durch die dortigen Bunkeranlagen vom Verein „Berliner Unterwelten e.V.“ wurden ihnen die Ereignisse in der Stadt Berlin während des Zweiten Weltkrieges nahe gebracht. Unsere Gäste waren geschichtlich sehr interessiert, so dass viele Fragen gestellt wurden.

Zum Abendessen ging es mit dem Bus zur Arminius Markthalle in Moabit. In einem abgetrennten Bereich befindet sich das Restaurant „Zunftwirtschaft" und bei Pasta- und Spargelgerichten endete der Berlin-Besuch unserer Freunde.

Heidi K.

 

26. April 2018 - Kieztour Steglitz - Friedenau

Mitglieder unseres Chapters hatten den Wunsch geäußert, die unseren Gästen im Rahmen der Europa-Konferenz von PTPI 2015 angebotene Kieztour durch die beiden Stadtteile Steglitz und Friedenau ebenfalls einmal erleben zu können. Am Donnerstag, dem 26. April, trafen sich 15 Mitglieder dazu am SI-Hotel am Hermann-Ehlers-Platz im Zentrum von Steglitz. Auch diesmal übernahm ich gemeinsam mit  Maria Ch. die Führung. Erste Station war die Schwartzsche Villa in der Grunewaldstraße. Die ehemalige Sommerresidenz des Bankiers Carl Schwartz wurde 1961 vom Land Berlin erworben und von einer Kulturinitiative und vom Bezirk Steglitz zu einem Kulturzentrum mit Café gestaltet. Wir bekamen spontan die Gelegenheit, die aktuelle Ausstellung der Bilder und Installationen der in Gütersloh geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin Katrin Plavcak, den Zimmertheatersaal und den L-förmigen Konzertsaal zu besichtigen.

Gleích gegenüber auf der anderen Straßenseite betraten wir dann das 2006 eröffnete architektonisch interessante und mit Ornamenten reich ausgestattete Einkaufszentrum “Das Schloss”. Auf 3 Stockwerken sind hier über 80 Geschäfte mit zusammen rd. 36.000 m² Verkaufsfläche und das Kulturamt und die Stadtbezirksbibliothek Steglitz-Zehlendorf sowie ein Medienzentrum mit 3 privaten Rundfunksendern angesiedelt. Es umschließt teilweise das 1898 erbaute neugotische Rathaus Steglitz, dessen Innenhof als Restaurantfläche integriert wurde. Der Clou des Centers, die Deckenvideoprojektion von 78 Projektoren, war leider nicht zu sehen, da sie nur freitags und samstags läuft. Dafür schmeckte einigen das im Center erhältliche leckere Speiseeis. Ein kurzer Fußmarsch durch die Schloßstraße führte zur Rosenkranz-Basilika in der Kieler Straße.

Der äußerlich unscheinbare Backsteinbau birgt im Inneren eine künstlerisch gelungene Komposition aus Architektur, Wandmalerei und plastisch-bildlicher Ausstattung. Altchristliche, byzantinische und mittelalterliche Elemente fügen sich harmonisch zusammen. Die Kirche wurde 1899-1900 gebaut. Glücklicherweise haben alle wesentlichen Teile die beiden Weltkriege fast unbeschadet überstanden. Da die Kirche nach dem 2. Weltkrieg wegen der Zerstörung der St. Hedwigs Kathedrale im Bezirk Mitte übergangsweise sogar Bischofskirche war, wurde sie 1950 von Papst Pius XII. zur Basilika-Minor erhoben. Unsere Gruppe war sich einig: sie ist eine der schönsten katholischen Kirchen in Berlin.

Mit der U-Bahn erreichen wir schnell die evangelische Kirche “Zum guten Hirten” am Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau. Durch den aufgelockerten Vortrag des ehemaligen hauptamtlichen Jugendbetreuers Heinz-Peter Foelz erfuhren wir von der wechselvollen Geschichte und von dem baulich aktuell schwierigen Zustand der 1893 in Anwesenheit der Kaiserin Auguste-Viktoria eingeweihten Kirche. Es ist eine nach wie vor lebendige Kirchengemeinde, allerdings verloren sie durch den Wegzug vieler Familien nach der Wende Anfang der 90er Jahre ins Berliner Umland zahlreiche Mitglieder. Die frei gewordenen Wohnungen wurden in erster Linie von Bundesbediensteten aus Bonn bezogen, die der katholischen Konfession angehören.

Weiter ging es durch die Niedstraße, in der sich in der Vergangenheit mehrere Künstler niedergelassen hatten. Auch heute noch ist Friedenau Wohnsitz vieler Kunstschaffender unterschiedlicher Ausrichtung. Besondere Aufmerksamkeit genießen die nebeneinander stehenden Häuser Nr. 13 und 14. In der alten Landhausvilla Nr. 13 lebte Günter Grass mit seiner Familie von 1963 bis 1996, jetzt nach wie vor einer seiner Söhne mit Familie. Im viergeschossigen Nachbarhaus Nr. 14 wohnten jeweils einige Jahre Philosoph Karl Kautzky, der mit August Bebel die Grundzüge für das Erfurter Programm der SPD entwickelt hatte, und Maler Karl Schmidt-Rottluff, der mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Erich Heckel die Künstlergruppe “Die Brücke” gründete, und ab 1959 Schriftsteller Uwe Johnson mit seiner Familie nach seiner Übersiedlung aus der DDR. Während Johnson mit Frau und Tochter 1966 für zwei Jahre nach New Yorck zog, überließ er die Wohnung Ulrich und Dagrun Enzensberger. Diese gründeten hier am 01. Januar 1967 mit Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel und Rainer Langhans die Kommune I. Die Kommunarden planten das “Pudding-Attentat” auf den in Berlin zu Besuch weilenden US-Vizepräsidenten Hubert Humphrey, was aber verraten wurde. Noch vor dem Attentat wurde die Gruppe verhaftet, so dass die Kommune am 08.04.1967 die Wohnung in der Niedstraße räumte.

Nach einem Aperitif über den Dächern von Friedenau war es nur noch eine kurze Strecke vorbei am ehemaligen Rathaus Friedenau zur Trattoria dell'Arte am Breslauer Platz zum kulinarischen Ausklang.

Wolfgang G.

 

14. Februar 2018 - Museum für Fotografie in Berlin

Ich erinnere mich noch sehr genau an die Retrospektive „Helmut Newton: Work“ in der Neuen Nationalgalerie im Jahre 2000/2001. Schon damals übten die großformatigen Fotos eine kaum erklärbare, faszinierende Wirkung auf mich aus, die sich bis heute erhalten hat. Seit den 1970er Jahren gehörte Helmut Newton zu den gefragtesten und teuersten Modefotografen. Legendär sein Buch „Sumo“ – das teuerste Buch des 20. Jahrhunderts. Der 35,4 kg schwere Fotobildband mit einer spektakulären Zusammenstellung von Bildern aus seinem Werk erschien im Jahre 2000 mit einer handsignierten Auflage von 10.000 Exemplaren. Das Exemplar Nr. 1, handsigniert von 100 der im Buch abgebildeten Persönlichkeiten, kam für 620.000 DM den Hammer! Die 2009 erschienene Neuauflage wiegt allerdings "nur noch" etwas über 7 kg und ist für 100 Euro erhältlich. Mitgeliefert wird ein eigens dafür entworfener Display-Buchständer. Das sind doch Superlativen!

Unser Verein hatte eine Führung im Museum für Fotografie spendiert, und so trafen sich einige Mitglieder an einem grauen Februartag in der Jebensstraße direkt am Bahnhof Zoo. Das Museum wurde 2004 eröffnet und präsentiert auf über 2000 m² Fläche Ausstellungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie der Helmut Newton Stiftung.

Das Museum für Fotografie © Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker (http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-fotografie/ueber-uns/profil.html)

Dank eines Vertrages, den Helmut Newton noch persönlich unterzeichnete (er verstarb 2004 im Alter von 83 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalles), sind im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Dauerleihgaben und wechselnde Ausstellungen der Helmut Newton Foundation, die ihren Sitz in Zürich hat und von ihm selbst gegründet wurde, zu sehen. Nach seinem Willen, sollte sich das Museum in seiner Heimatstadt Berlin befinden und als lebendiges Museum den Disput mit den Besuchern und Nutzern suchen. Diesem Anspruch wurde unser Guide Jürgen Dünnwald mit seiner Führung absolut gerecht. Überpünktlich begrüßte er uns im Foyer und führte durch die Sammlungspräsentationen „Helmut Newton’s Private Property“ und „Guy Bourdin. Image Maker / Helmut Newton. A Gun for Hire / Angelo Marino. Another Story“.

Raumansicht © Helmut Newton Foundation (http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-fotografie/ausstellungen/detail/helmut-newtons-private-property.html)

Eigentlich war die Führung nur für 60 min angesetzt, tatsächlich gedauert hat sie dann gute 2 Stunden und war nicht 1 Minute langweilig. Durch äußerst geschickte Fragestellungen gelang es Herrn D., uns Betrachter zur Auseinandersetzung mit den großformatigen Fotografien anzuregen. Wann wird ein Foto zu Kunst? Welche Rolle spielen die weiblichen Models? Unterwürfig lasziv oder dominant selbstbewusst? - waren nur einige Fragen, die durchaus kontrovers diskutiert wurden. Selten habe ich eine so interaktive spannende Führung erlebt. Die Dauerpräsentation im Erdgeschoss zeigt viele persönliche Gegenstände Helmut Newtons und seine eigene Foto- und Kunstsammlung. Sein Atelier aus Monte Carlo wurde nachgebaut, so dass man einen lebendigen Eindruck über seine Arbeitsweise erhielt. Geboren in Berlin musste er 1938 vor den Nazis fliehen und gelangte über Singapur nach Australien, wo lange sein Lebensmittelpunkt war. Seit den 1970er Jahren lebte und arbeitete er gemeinsam mit seiner Frau June (Alice Springs) in Monte Carlo. Er und Guy Bourdin revolutionierten in den 1960er und 1970er die Modefotografie.

Im ersten Obergeschoss setzten wir uns dann mit großformatigen Fotos – Auftragsarbeiten für u. A. Chanel, Yves Saint Laurent, Valentino oder Bluemarine - auseinander, die in den 1990er Jahren entstanden. Ein weiterer Teil der Ausstellung widmete sich dem Werk des Fotografen Guy Bourdin. Legendär seine Werbebilder für Schuhe von Charles Jourdan, die wir im ersten Obergeschoss des Museums nicht nur betrachteten, sondern interessiert und kontrovers diskutierten.

Guy Bourdin, Charles Jourdan, Spring 1976 © Guy Bourdin Estate, 2017 / Courtesy Louise Alexander Gallery (http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-fotografie/ausstellungen/detail/guy-bourdin-image-maker-helmut-newton-a-gun-for-hire-angelo-marino-another-story.html)

Bei diesen Fotos ging es wirklich um weit mehr als um die Präsentation exklusiver Mode! Nach gut zwei Stunden Eintauchens in die Kunst der Fotografie ging es gut gelaunt und weiter diskutierend ins Café Hardenberg, wo wir den Nachmittag bei einem Bierchen und Berliner Küche ausklingen ließen. Ein wirklich gelungener Nachmittag!

Ilona S.

 

18. Januar 2018 - Museum für Film und Fernsehen in Berlin

Im Januar hatten wir unseren 1. Termin zum Thema „Berliner Museen – neu entdeckt“. Der Besuch des Museums für Film und Fernsehen am Potsdamer Platz stand auf dem Programm. Unserem Aufruf folgten 17 Mitglieder und Gäste. Besonders interessant war die Sonderausstellung „Die UFA – Geschichte einer Marke“, die noch bis April läuft. Hierfür bestellten wir eine Führung nur für unsere Gruppe. Hinter den drei Buchstaben „UFA“  verbirgt sich der Name „Universum Film AG“. Gegründet wurde die deutsche Filmproduktionsgesellschaft 1917 und anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens wurde diese umfassende Sonderausstellung mit vielen Film- und Fernsehausschnitten zusammengestellt. Im Laufe dieser langen Zeit musste das Wirtschaftsunternehmen auf ästhetische und technische Entwicklungen sowie gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen reagieren. Viele interessante Filmausschnitte aus vergangenen Zeiten waren zu sehen. Filme aus den letzten 60 Jahren sind vielen von uns noch in guter Erinnerung. Heute ist die UFA u. A. durch zahlreiche deutsche Fernsehproduktionen zum wichtigen Marktanbieter geworden.

Der Vorstand hat sich sehr gefreut, dass so viele Mitglieder trotz der Sturmwarnung gekommen sind. Keiner wurde „vom Winde verweht“! Auch der anschließende Ausklang im Restaurant „Mommseneck“ rundete den Abend ab. Wir werden unsere „Tradition“ fortsetzen und monatlich einen interessanten Museumsbesuch nebst Führung anbieten.

Hannelore B.

 

Eine Zeitreise durch 100 Jahre Ufa

Die Sonderausstellung “100 Jahre Ufa” im Museum für Film und Fernsehen im Sony-Center lockte bei Wind und Regen als idealem Museumswetter 17 Mitglieder und Gäste unseres Vereins an. In der 4. Etage des Museums, wohin uns gläserne Aufzüge brachten, beherbergte ein langer schmaler verdunkelter Raum die Präsentation der Ausstellung mit Monitoren, Exponaten und Plakaten. Ein Blickfang war je ein Kostüm von Marlene Dietrich und von Zarah Leander. Herr Becker von der Deutschen Kinemathek führte durch die Ausstellung und bestach durch außerordentlich breites und tiefes Fachwissen. Er wusste seine Informationen interessant und lebendig den Besuchern nahe zu bringen. Die 105minütige Führung war nie langweilig.

Erstaunlich war schon der Start der Universal Film Aktiengesellschaft Ufa im Jahre 1917. Diente sie doch als Mittel von Staats- und Militärführung, um die öffentliche Meinung zum Geschehen im 1. Weltkrieg zu beeinflussen. Mit 25 Millionen Reichsmark Startkapital der Deutschen Bank konnte sich das Unternehmen gut entwickeln und große Projekte angehen. Dabei setzte sich die konservative deutsch-nationale Ausrichtung der Ufa nach dem 1. Weltkrieg fort. Verschiedene Exponate aus der Stummfilmzeit sowie die auf riesigen Monitoren projizierten Filmausschnitte erläuterte Becker ausführlich.

Doch nicht jedes Filmprojekt erwies sich als erfolgreich, die monströsen Projekte “Nibelungen” und “Metropolis” wurden zum Flop und führten im Zusammenhang mit der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland in den Ruin. Die Ufa wurde aber vom Medienmogul Alfred Hugenberg gerettet. Mit der 1929 aufgenommenen Tonfilmproduktion wurde erfolgreich Neuland betreten, wobei es von manchen Filmen 2 Versionen gab: eine deutsche für den einheimischen Markt und eine englische vor allem für den amerikanischen Markt.

Die Nationalsozialisten bemächtigten sich der Ufa als Propagandamedium, die gesamte Filmwelt in Deutschland wurde gleichgeschaltet. Mit der deutschen Teilung nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde auch die Ufa zerschlagen. In Babelsberg entstand die DEFA, die Ufa in Westdeutschland wurde privatisiert. Beide Unternehmen entwickelten sich eigenständig, und erst nach der “Wende” 1990 fanden sie wieder zusammen.

Die westdeutsche Ufa war in der Nachkriegszeit auf kommerziell ertragswirksame “Bread – and – Butter – Projekte” ausgerichtet. Mit der starken Verbreitung des Fernsehens und mit der Kino-Krise ab den 1960er Jahren wurde es auch für die Ufa wirtschaftlich eng. Der Medienkonzern Bertelsmann engagierte sich. Man stieg erfolgreich in die Produktion von Fernsehfilmen und -serien ein mit stärkerer Betonung von Emotionen und Action in den Filmen, um insbesondere auch den amerikanischen Markt ansprechen zu können.

Nach der Führung eilten noch einige Teilnehmer aus der Gruppe durch die Ständige Ausstellung des Museums für Film und Fernsehen und man traf sich hernach im Mommsen-Eck in der Alten Potsdamer Straße zum Abendessen und gemütlichen Ausklang.

Wolfgang G.