Brücke der Freundschaft e. V.

Berichte und Meinungen von Mitgliedern und Gästen

Auf dieser Seite finden Sie Kommentare, Beiträge und Bilder unserer Mitglieder und Gäste zu unseren Veranstaltungen.

On this page you can find comments of our members and guest of our Events.


15. Juni - Tag des Ehrenamtes

Auch in diesem Jahr hatten wir einen Stand beim Tag des Ehrenamtes. Wir folgten dem Aufruf des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Insgesamt nahmen 43 Organisationen teil, die pünktlich um 14.00 Uhr ihre Stände eröffneten. Beim „Ausschmücken“ unseres Standes half mir Britta. Etwas später kam auch noch Gaby hinzu. Wie üblich hatten wir unsere Banner mit „People to People“ und „Brücke der Freundschaft e. V.“ gut sichtbar befestigt. Auch die 12 Flaggen aus aller Welt wirkten als echter Hingucker! Platziert hatte uns das Bezirksamt zwischen den Parteien Bündnis 90/Die Grünen BVV Fraktion und der AfD Fraktion. Viele Passanten liefen durch die Wilmersdorfer Straße, aber leider waren wenige echte Interessenten dabei. Wie immer verteilten wir auch kleine „Werbemittel“. Ob unsere Aktion von Erfolg gekrönt sein wird, kann man noch nicht beurteilen! Aber vielleicht kommt der eine oder andere „Newcomer“ zum nächsten Stammtisch oder meldet sich bei einer unserer Aktivitäten an. Wir geben die Hoffnung nicht auf! Insgesamt waren 11 Mitglieder im Laufe des Tages anwesend. Der Vorstand bedankt sich ganz herzlich für die freundliche Unterstützung. Was ich noch erwähnen möchte: Unsere 1. Teilnahme am Tag des Ehrenamtes war am 17. September 2004, damals noch auf dem Karl-August-Platz.

Hannelore B.
 

02. Juni 2018 - Tagesausflug nach Prenzlau

Was machte Till Eulenspiegel in Prenzlau? Nun, wir haben es nicht herausgefunden. Aber er muss wohl auch hier seine Scherze getrieben haben, warum sollten die Prenzlauer ihm sonst ein Denkmal setzen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an den letzten Ausflug nach Prenzlau, damals noch mit Fahrrad - lang, lang ist es her. Hier noch einmal der Bericht zum Nachlesen. Mit "Onkel Albert" hat es in diesem Jahr leider nicht geklappt. Sollte wohl nicht sein, denn ein heftiges Gewitter hätte die Ausflügler mitten auf dem Unteruckersee erwischt. War trotzdem ein rundherum gelungener Ausflug!

Hier nun der Bericht aus dem Jahre 2007:

13./15. Mai 2018 - Gäste aus den USA

Unser Chapter konnte vom 13.05. bis 14.05.2018 acht Amerikaner von verschiedenen Chaptern aus den USA empfangen. Unter den Reisenden waren auch die Enkeltochter des ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, Mary Eisenhower, und ihr Sohn Merril Eisenhower Atwater, der seit kurzem Geschäftsführer (CEO) von PtPI ist.

Im „Gasthaus Landauer“ am Rüdesheimer Platz konnten wir unsere Gäste kennenlernen. Ich kam gegen 19.00 Uhr ins Restaurant, begrüßte sie mit dem Hinweis, dass mein Englisch "very bad" sei und setzte mich zum Reiseleiter Sebastian, der die Reisegruppe begleitete. Es kamen noch Gloria, Joan, Gabi, Dagmar und deren Nichte, die sich alle angeregt mit unseren Gästen unterhielten. Ich glaube, dass unseren Freunden das Ambiente, das Essen und auch die Gespräche gefielen. Am nächsten Tag begleiteten Joan und Gloria die Gruppe nach Potsdam. Sie besuchten den Park von Sanssouci und das Holländische Viertel. Nach einem Mittagessen im Restaurant „Zum Fliegenden Holländer“ im Holländischen Viertel fuhren alle nach Berlin zurück.

Mit etwas Verspätung kam der Bus mit unseren Gästen am Bahnhof Gesundbrunnen an. Während einer Führung durch die dortigen Bunkeranlagen vom Verein „Berliner Unterwelten e.V.“ wurden ihnen die Ereignisse in der Stadt Berlin während des Zweiten Weltkrieges nahe gebracht. Unsere Gäste waren geschichtlich sehr interessiert, so dass viele Fragen gestellt wurden.

Zum Abendessen ging es mit dem Bus zur Arminius Markthalle in Moabit. In einem abgetrennten Bereich befindet sich das Restaurant „Zunftwirtschaft" und bei Pasta- und Spargelgerichten endete der Berlin-Besuch unserer Freunde.

Heidi K.

 

26. April 2018 - Kieztour Steglitz - Friedenau

Mitglieder unseres Chapters hatten den Wunsch geäußert, die unseren Gästen im Rahmen der Europa-Konferenz von PTPI 2015 angebotene Kieztour durch die beiden Stadtteile Steglitz und Friedenau ebenfalls einmal erleben zu können. Am Donnerstag, dem 26. April, trafen sich 15 Mitglieder dazu am SI-Hotel am Hermann-Ehlers-Platz im Zentrum von Steglitz. Auch diesmal übernahm ich gemeinsam mit  Maria Ch. die Führung. Erste Station war die Schwartzsche Villa in der Grunewaldstraße. Die ehemalige Sommerresidenz des Bankiers Carl Schwartz wurde 1961 vom Land Berlin erworben und von einer Kulturinitiative und vom Bezirk Steglitz zu einem Kulturzentrum mit Café gestaltet. Wir bekamen spontan die Gelegenheit, die aktuelle Ausstellung der Bilder und Installationen der in Gütersloh geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin Katrin Plavcak, den Zimmertheatersaal und den L-förmigen Konzertsaal zu besichtigen.

Gleích gegenüber auf der anderen Straßenseite betraten wir dann das 2006 eröffnete architektonisch interessante und mit Ornamenten reich ausgestattete Einkaufszentrum “Das Schloss”. Auf 3 Stockwerken sind hier über 80 Geschäfte mit zusammen rd. 36.000 m² Verkaufsfläche und das Kulturamt und die Stadtbezirksbibliothek Steglitz-Zehlendorf sowie ein Medienzentrum mit 3 privaten Rundfunksendern angesiedelt. Es umschließt teilweise das 1898 erbaute neugotische Rathaus Steglitz, dessen Innenhof als Restaurantfläche integriert wurde. Der Clou des Centers, die Deckenvideoprojektion von 78 Projektoren, war leider nicht zu sehen, da sie nur freitags und samstags läuft. Dafür schmeckte einigen das im Center erhältliche leckere Speiseeis. Ein kurzer Fußmarsch durch die Schloßstraße führte zur Rosenkranz-Basilika in der Kieler Straße.

Der äußerlich unscheinbare Backsteinbau birgt im Inneren eine künstlerisch gelungene Komposition aus Architektur, Wandmalerei und plastisch-bildlicher Ausstattung. Altchristliche, byzantinische und mittelalterliche Elemente fügen sich harmonisch zusammen. Die Kirche wurde 1899-1900 gebaut.  Glücklicherweise haben alle wesentlichen Teile die beiden Weltkriege fast unbeschadet überstanden. Da die Kirche nach dem 2. Weltkrieg wegen der Zerstörung der St. Hedwigs Kathedrale im Bezirk Mitte übergangsweise sogar Bischofskirche war, wurde sie 1950 von Papst Pius XII. zur Basilika-Minor erhoben. Unsere Gruppe war sich einig: sie ist eine der schönsten katholischen Kirchen in Berlin.

Mit der U-Bahn erreichen wir schnell die evangelische Kirche “Zum guten Hirten” am Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau. Durch den aufgelockerten Vortrag des ehemaligen hauptamtlichen Jugendbetreuers Heinz-Peter Foelz erfuhren wir von der wechselvollen Geschichte und von dem baulich aktuell schwierigen Zustand der 1893 in Anwesenheit der Kaiserin Auguste-Viktoria eingeweihten Kirche. Es ist eine nach wie vor lebendige Kirchengemeinde, allerdings verloren sie durch den Wegzug vieler Familien nach der Wende Anfang der 90er Jahre ins Berliner Umland zahlreiche Mitglieder. Die frei gewordenen Wohnungen wurden in erster Linie von Bundesbediensteten aus Bonn bezogen, die der katholischen Konfession angehören.

Weiter ging es durch die Niedstraße, in der sich in der Vergangenheit mehrere Künstler niedergelassen hatten. Auch heute noch ist Friedenau Wohnsitz vieler Kunstschaffender unterschiedlicher Ausrichtung. Besondere Aufmerksamkeit genießen die nebeneinander stehenden Häuser Nr. 13 und 14. In der alten Landhausvilla Nr. 13 lebte Günter Grass mit seiner Familie von 1963 bis 1996, jetzt nach wie vor einer seiner Söhne mit Familie. Im viergeschossigen Nachbarhaus Nr. 14 wohnten jeweils einige Jahre Philosoph Karl Kautzky, der mit August Bebel die Grundzüge für das Erfurter Programm der SPD entwickelt hatte, und Maler Karl Schmidt-Rottluff, der mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Erich Heckel die Künstlergruppe “Die Brücke” gründete, und ab 1959 Schriftsteller Uwe Johnson mit seiner Familie nach seiner Übersiedlung aus der DDR. Während Johnson mit Frau und Tochter 1966 für zwei Jahre nach New Yorck zog, überließ er die Wohnung Ulrich und Dagrun Enzensberger. Diese gründeten hier am 01. Januar 1967 mit Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel und Rainer Langhans die Kommune I. Die Kommunarden planten das “Pudding-Attentat” auf den in Berlin zu Besuch weilenden US-Vizepräsidenten Hubert Humphrey, was aber verraten wurde. Noch vor dem Attentat wurde die Gruppe verhaftet, so dass die Kommune am 08.04.1967 die Wohnung in der Niedstraße räumte.

Nach einem Aperitif über den Dächern von Friedenau war es nur noch eine kurze Strecke vorbei am ehemaligen Rathaus Friedenau zur Trattoria dell'Arte am Breslauer Platz zum kulinarischen Ausklang.

Wolfgang G.

 

14. Februar 2018 - Museum für Fotografie in Berlin

Ich erinnere mich noch sehr genau an die Retrospektive „Helmut Newton: Work“ in der Neuen Nationalgalerie im Jahre 2000/2001. Schon damals übten die großformatigen Fotos eine kaum erklärbare, faszinierende Wirkung auf mich aus, die sich bis heute erhalten hat. Seit den 1970er Jahren gehörte Helmut Newton zu den gefragtesten und teuersten Modefotografen. Legendär sein Buch „Sumo“ – das teuerste Buch des 20. Jahrhunderts. Der 35,4 kg schwere Fotobildband mit einer spektakulären Zusammenstellung von Bildern aus seinem Werk erschien im Jahre 2000 mit einer handsignierten Auflage von 10.000 Exemplaren. Das Exemplar Nr. 1, handsigniert von 100 der im Buch abgebildeten Persönlichkeiten, kam für 620.000 DM den Hammer! Die 2009 erschienene Neuauflage wiegt allerdings "nur noch" etwas über 7 kg und ist für 100 Euro erhältlich. Mitgeliefert wird ein eigens dafür entworfener Display-Buchständer. Das sind doch Superlativen!

Unser Verein hatte eine Führung im Museum für Fotografie spendiert, und so trafen sich einige Mitglieder an einem grauen Februartag in der Jebensstraße direkt am Bahnhof Zoo. Das Museum wurde 2004 eröffnet und präsentiert auf über 2000 m² Fläche Ausstellungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie der Helmut Newton Stiftung.

Das Museum für Fotografie © Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker (http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-fotografie/ueber-uns/profil.html

Dank eines Vertrages, den Helmut Newton noch persönlich unterzeichnete (er verstarb 2004 im Alter von 83 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalles), sind im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Dauerleihgaben und wechselnde Ausstellungen der Helmut Newton Foundation, die ihren Sitz in Zürich hat und von ihm selbst gegründet wurde, zu sehen. Nach seinem Willen, sollte sich das Museum in seiner Heimatstadt Berlin befinden und als lebendiges Museum den Disput mit den Besuchern und Nutzern suchen. Diesem Anspruch wurde unser Guide Jürgen Dünnwald mit seiner Führung absolut gerecht. Überpünktlich begrüßte er uns im Foyer und führte durch die Sammlungspräsentationen „Helmut Newton’s Private Property“ und „Guy Bourdin. Image Maker / Helmut Newton. A Gun for Hire / Angelo Marino. Another Story“.

Raumansicht © Helmut Newton Foundation (http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-fotografie/ausstellungen/detail/helmut-newtons-private-property.html)

Eigentlich war die Führung nur für 60 min angesetzt, tatsächlich gedauert hat sie dann gute 2 Stunden und war nicht 1 Minute langweilig. Durch äußerst geschickte Fragestellungen gelang es Herrn D., uns Betrachter zur Auseinandersetzung mit den großformatigen Fotografien anzuregen. Wann wird ein Foto zu Kunst? Welche Rolle spielen die weiblichen Models? Unterwürfig lasziv oder dominant selbstbewusst? - waren nur einige Fragen, die durchaus kontrovers diskutiert wurden. Selten habe ich eine so interaktive spannende Führung erlebt. Die Dauerpräsentation im Erdgeschoss zeigt viele persönliche Gegenstände Helmut Newtons und seine eigene Foto- und Kunstsammlung. Sein Atelier aus Monte Carlo wurde nachgebaut, so dass man einen lebendigen Eindruck über seine Arbeitsweise erhielt. Geboren in Berlin musste er 1938 vor den Nazis fliehen und gelangte über Singapur nach Australien, wo lange sein Lebensmittelpunkt war. Seit den 1970er Jahren lebte und arbeitete er gemeinsam mit seiner Frau June (Alice Springs) in Monte Carlo. Er und Guy Bourdin revolutionierten in den 1960er und 1970er die Modefotografie.

Im ersten Obergeschoss setzten wir uns dann mit großformatigen Fotos – Auftragsarbeiten für u. A. Chanel, Yves Saint Laurent, Valentino oder Bluemarine - auseinander, die in den 1990er Jahren entstanden. Ein weiterer Teil der Ausstellung widmete sich dem Werk des Fotografen Guy Bourdin. Legendär seine Werbebilder für Schuhe von Charles Jourdan, die wir im ersten Obergeschoss des Museums nicht nur betrachteten, sondern interessiert und kontrovers diskutierten.

Guy Bourdin, Charles Jourdan, Spring 1976 © Guy Bourdin Estate, 2017 / Courtesy Louise Alexander Gallery (http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-fotografie/ausstellungen/detail/guy-bourdin-image-maker-helmut-newton-a-gun-for-hire-angelo-marino-another-story.html

Bei diesen Fotos ging es wirklich um weit mehr als um die Präsentation exklusiver Mode! Nach gut zwei Stunden Eintauchens in die Kunst der Fotografie ging es gut gelaunt und weiter diskutierend ins Café Hardenberg, wo wir den Nachmittag bei einem Bierchen und Berliner Küche ausklingen ließen. Ein wirklich gelungener Nachmittag!

Ilona S.

 

18. Januar 2018 - Museum für Film und Fernsehen in Berlin

Im Januar hatten wir unseren 1. Termin zum Thema „Berliner Museen – neu entdeckt“. Der Besuch des Museums für Film und Fernsehen am Potsdamer Platz stand auf dem Programm. Unserem Aufruf folgten 17 Mitglieder und Gäste. Besonders interessant war die Sonderausstellung „Die UFA – Geschichte einer Marke“, die noch bis April läuft. Hierfür bestellten wir eine Führung nur für unsere Gruppe. Hinter den drei Buchstaben „UFA“  verbirgt sich der Name „Universum Film AG“. Gegründet wurde die deutsche Filmproduktionsgesellschaft 1917 und anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens wurde diese umfassende Sonderausstellung mit vielen Film- und Fernsehausschnitten zusammengestellt. Im Laufe dieser langen Zeit musste das Wirtschaftsunternehmen auf ästhetische und technische Entwicklungen sowie gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen reagieren. Viele interessante Filmausschnitte aus vergangenen Zeiten waren zu sehen. Filme aus den letzten 60 Jahren sind vielen von uns noch in guter Erinnerung. Heute ist die UFA u. A. durch zahlreiche deutsche Fernsehproduktionen zum wichtigen Marktanbieter geworden.

Der Vorstand hat sich sehr gefreut, dass so viele Mitglieder trotz der Sturmwarnung gekommen sind. Keiner wurde „vom Winde verweht“! Auch der anschließende Ausklang im Restaurant „Mommseneck“ rundete den Abend ab. Wir werden unsere „Tradition“ fortsetzen und monatlich einen interessanten Museumsbesuch nebst Führung anbieten.

Hannelore B.

 

Eine Zeitreise durch 100 Jahre Ufa

Die Sonderausstellung “100 Jahre Ufa” im Museum für Film und Fernsehen im Sony-Center lockte bei Wind und Regen als idealem Museumswetter 17 Mitglieder und Gäste unseres Vereins an. In der 4. Etage des Museums, wohin uns gläserne Aufzüge brachten, beherbergte ein langer schmaler verdunkelter Raum die Präsentation der Ausstellung mit Monitoren, Exponaten und Plakaten. Ein Blickfang war je ein Kostüm von Marlene Dietrich und von Zarah Leander. Herr Becker von der Deutschen Kinemathek führte durch die Ausstellung und bestach durch außerordentlich breites und tiefes Fachwissen. Er wusste seine Informationen interessant und lebendig den Besuchern nahe zu bringen. Die 105minütige Führung war nie langweilig.

Erstaunlich war schon der Start der Universal Film Aktiengesellschaft Ufa im Jahre 1917. Diente sie doch als Mittel von Staats- und Militärführung, um die öffentliche Meinung zum Geschehen im 1. Weltkrieg zu beeinflussen. Mit 25 Millionen Reichsmark Startkapital der Deutschen Bank konnte sich das Unternehmen gut entwickeln und große Projekte angehen. Dabei setzte sich die konservative deutsch-nationale Ausrichtung der Ufa nach dem 1. Weltkrieg fort. Verschiedene Exponate aus der Stummfilmzeit sowie die auf riesigen Monitoren projizierten Filmausschnitte erläuterte Becker ausführlich.

Doch nicht jedes Filmprojekt erwies sich als erfolgreich, die monströsen Projekte “Nibelungen” und “Metropolis” wurden zum Flop und führten im Zusammenhang mit der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland in den Ruin. Die Ufa wurde aber vom Medienmogul Alfred Hugenberg gerettet. Mit der 1929 aufgenommenen Tonfilmproduktion wurde erfolgreich Neuland betreten, wobei es von manchen Filmen 2 Versionen gab: eine deutsche für den einheimischen Markt und eine englische vor allem für den amerikanischen Markt.

Die Nationalsozialisten bemächtigten sich der Ufa als Propagandamedium, die gesamte Filmwelt in Deutschland wurde gleichgeschaltet. Mit der deutschen Teilung nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde auch die Ufa zerschlagen. In Babelsberg entstand die DEFA, die Ufa in Westdeutschland wurde privatisiert. Beide Unternehmen entwickelten sich eigenständig, und erst nach der “Wende” 1990 fanden sie wieder zusammen.

Die westdeutsche Ufa war in der Nachkriegszeit auf kommerziell ertragswirksame “Bread – and – Butter – Projekte” ausgerichtet. Mit der starken Verbreitung des Fernsehens und mit der Kino-Krise ab den 1960er Jahren wurde es auch für die Ufa wirtschaftlich eng. Der Medienkonzern Bertelsmann engagierte sich. Man stieg erfolgreich in die Produktion von Fernsehfilmen und -serien ein mit stärkerer Betonung von Emotionen und Action in den Filmen, um insbesondere auch den amerikanischen Markt ansprechen zu können.

Nach der Führung eilten noch einige Teilnehmer aus der Gruppe durch die Ständige Ausstellung des Museums für Film und Fernsehen und man traf sich hernach im Mommsen-Eck in der Alten Potsdamer Straße zum Abendessen und gemütlichen Ausklang.

Wolfgang G.

 

08. bis 10. Dezember 2017 - Adventsfahrt nach Meißen

Besuch in der Erlebniswelt Haus Meißen® mit den Schauwerkstätten und dem Porzellanmuseum

Am 8. Dezember 2017 trafen sich 15 Mitglieder und ein Gast in Meißen zur diesjährigen Adventsfahrt unseres Vereins. Die Hinreise verlief pünktlich und problemlos. Bereits um 13:30 Uhr starteten wir von unserem Hotel RESIDENZ am Markt, um gemeinsam zur Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen zu spazieren. Dort wurden wir bereits vom „Schokoladenmädchen“ erwartet.

Gegründet wurde die Manufaktur im Jahre 1710 durch August den Starken. Das für Besucher zugängliche Haus „Erlebniswelt Meißen“  ist wirklich einen Besuch wert. Im Empfangsbereich konnten wir eine mehr als lebensgroße Statue bewundern, deren Gewand mit tausenden kleiner Porzellanblüten besetzt ist. Zur Begrüßung gab es für jeden von uns eine köstliche Tasse Kakao in der Geschmacksrichtung Kakao mit Chili. Natürlich wurde dieses Getränk in einer Tasse aus Meißner Porzellan serviert.

Nach diesem Genuss erhielten wir mittels eines Videos eine kurze Einführung in die Geschichte des Porzellans und die vielfältigen Erzeugnisse. Unser „Schokoladenmädchen“ führte uns danach in drei verschiedene "Schauräume", in denen wir einzelne Stufen der Fertigung genau erklärt bekamen. Die Fotos zeigen das Formen von verschiedenen Gefäßen, die per Töpferscheibe durch Fuß- und Handarbeit hergestellt werden, das Bemalen und Zusammensetzen von Figuren und das Zeichnen der vielen traditionellen Muster auf den wertvollen Geschirren.

Anschließend hatten wir noch Zeit, die zahlreichen Ausstellungsstücke zu besichtigen. Ich war überwältigt von der Schönheit und Vielfältigkeit der Objekte. Hier geht es nicht um simples Gebrauchsporzellan, hier geht es um zeitlose Eleganz und traditionelle Formen, die auch in der Zukunft ihren Wert und ihre Beliebtheit nicht verlieren werden. Wenn ich jetzt eine schöne Tasse oder einen Teller sehe, werde ich sie bestimmt umdrehen und nach den gekreuzten Schwertern suchen. Aber wer von uns kann sich ein Service aus Meißner Porzellan leisten???

Unser Abendessen fand am Freitag im Ratskeller Meißen statt. Es war ein gelungener Abschluss für diesen ersten Tag.

Hannelore B.

Mit Humor und Witz durch das 1000jährige Meißen

Nach dem Frühstück am Samstag stand eine Stadtführung mit dem Stadtbilderklärer Harald Dovermann-Keizers auf unserem Programm. Pünktlich um 10:00 Uhr ging es vor dem Hotel los. An der großen Informationstafel direkt neben der Frauenkirche gab uns Herr D. zunächst eine kurze Einführung in die Entstehungsgeschichte der Stadt. Mit viel Witz und noch mehr Humor erläuterte er zu unser aller Verwunderung zunächst, dass Meißen gar keine sächsische Metropole sei. Wer hätte dies gedacht! Vor gut 1000 Jahren als slawisches Dorf gegründet, existierte bis ins erste Drittel des 15. Jh. die Markgrafschaft Meißen, deren Markgrafen Wettiner – also keine Sachsen! – waren. Nun, heute ist Meißen zweifelsfrei eine Stadt im Freistaat Sachsen! Bis zum Dreißigjährigen Krieg bestimmte die Tuchmacherei den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt. Seit 1710, mit Gründung der Porzellanmanufaktur August des Starken, ist sie weltweit als Porzellanstadt bekannt.

Nächste Station auf unserem gut 90minütigen Stadtgang war das Bahrmannsche Brauhaus direkt hinter der Frauenkirche, also nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt. Die rekonstruierte Fassade ist ein Hingucker. Fast 500 Jahre hat das Gemäuer auf dem Buckel. Hier hat die Brautradition des legendären Meißner Schwerter Bräu ihren Ursprung.

Unser Weg führte weiter über den zur Frauenkirche gehörigen Friedhof, vorbei an dem historischen Restaurant des Weingutes Vincenz Richter zur Frauenkirche. Hier fand ein kleiner Adventsmarkt statt. Im Innenraum erfuhren wir wiederum einiges Wissenswerte zur Geschichte des Gotteshauses. 1206 als Kapelle Unser lieber Frauen St. Marien gegründet, behielt die Kirche auch nach der Reformation ihren Namen bei. Die Meißner gingen etwas lockerer mit der Reformation um, als andere zum Protestantismus wechselnde Fürstentümer.

Besondere Erwähnung verdient das Glockenspiel. Es ist das erste stimmbare Porzellanglockenspiel und wurde 1929 anlässlich der 1000-Jahr-Feier installiert. Sechs Mal täglich erklingt das aus 37 Glocken aus Meißner Porzellan bestehende Spiel. Uns weckte es täglich um 06:30 Uhr mit dem Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme".

Wir setzten unseren Weg Richtung Dom und Albrechtsburg fort. Etwas Kondition war schon nötig, denn es ging den Burgberg hinauf; am Ende galt es auch noch 119 Stufen zu erklimmen. Außerdem begann es zu schneien, so dass zwei Damen nach einem kleinen Abstecher in einen Mützenladen gut behütet wieder zur Gruppe stießen. Aber alle schafften es, auch ich!

Oben angekommen sollten wir eigentlich eine schöne Aussicht genießen, aber es war bewölkt, diesig und Schneeflocken wirbelten um uns herum. Egal! Am Sonntagvormittag wurden diejenigen, die den Aufstieg ein zweites Mal wagten, mit einer herrlichen Aussicht bei strahlendem Sonnenschein entschädigt.

Unser Stadtführer wurde derweil nicht müde, uns interessante Details über den Bau und die Geschichte der Burg zu erzählen. Höhepunkt der Führung war zum Abschluss die Dombesichtigung. Bereits Otto I. ließ hier im Jahre 968 aus Anlass der Gründung des Bistums Meißen eine kleine Kapelle errichten. Der eigentliche Bau des Domes wurde Mitte des 13. Jh. in Angriff genommen und zog sich über 140 Jahre hin. Aber bereits 3 Jahre nach der Fertigstellung wurden die Türme der Westfront durch einen Blitzschlag zerstört, so dass den Dom jahrhundertelang nur ein einziger Turm zierte. Erst Anfang des 20. Jh. wurden die Türme der Westfront wieder ergänzt.

Bis 1581 war der Dom Bischofskirche der römisch-katholischen Bischöfe von Meißen. Nachdem sich die Reformation auch in Sachsen durchgesetzt hatte, wurde er danach zu einer lutherischen Kirche. Heute ist er Predigtkirche des Landesbischofs von Sachsen. Die Innenausstattung ist beeindruckend und reich an Geschichte, viele Fürsten fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Unser Rundgang endete und unser Stadtbilderklärer verabschiedete sich. Wir verweilten noch eine Weile auf dem Burgberg und wärmten uns bei einem heißen Getränk im Dom Café auf, bevor wir den Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz erstürmten.

Am Abend ging es noch einmal hinauf zur Burg, nämlich zum Abendessen im Domkeller, allerdings bevorzugten wir den bequemeren Weg mit einem Taxi. Ein schöner Tag mit vielen interessanten Eindrücken ging mit einem schmackhaften Essen in geselliger Runde zu Ende.

 Ilona S.

Rendezvous mit König Heinrich I. auf der Albrechtsburg

Nicht nur bei der Errichtung des Schlosses Quedlinburg, wohin uns unsere Weihnachtsfahrt 2016 führte, hatte König Heinrich I. (876 – 936) seine Hände im Spiel. Auch die Gründung der Burg Meißen im Jahr 929 geht auf ihn zurück. Die Burg wurde vielmals von Feinden überfallen, eingenommen und zerstört, dann doch von den ansässigen Markgrafen immer wieder aufgebaut  und erhalten. Nach dem Investiturstreit  1089 ging die Markgrafschaft in den Herrschaftsbereich der Wettiner über und 1423 mit dem Erringen der Kurwürde durch Friedrich den Streitbaren im Kurfürstentum Sachsen auf.

Die heutige Albrechtsburg gilt als erster Schlossbau der deutschen Baugeschichte. Der Bau wurde 1470/71 im Auftrag der beiden regierenden Brüder Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Wettin begonnen und 1524 vollendet. Im dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss stark beschädigt und deshalb im 16. und 17. Jahrhundert aufgrund der politischen Umstände kaum genutzt. Erst August der Starke, Kurfürst von Sachsen aus der albertinischen Linie der Wettiner, führte es einer erneuten Nutzung zu und funktionierte es im Jahre 1710 einfach zur Porzellan-Manufaktur um, der ersten in Europa. Diese Manufaktur blieb 150 Jahre bis in die Mitte des 19. Jh. in der Burg. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erfolgte durch König Johann von Sachsen eine grundlegende Restaurierung des Schlosses und der Umbau in ein Museum. Die Manufaktureinbauten wurden beseitigt, das fehlende Mobiliar durch Wandmalereien ersetzt. Die Arbeiten wurden im Jahre 1887 abgeschlossen und hatten insgesamt eine Summe von 599.672 Mark verschlungen.

Mich beeindruckten ganz besonders die wunderschönen großen Säle mit den schönen hohen gotischen Pfeilern und Gewölben; auch die Wandmalereien, die verschiedene Markgrafen mit ihren Gattinnen darstellten, u. a. Otto den Reichen und seine Gattin Hedwig von Brandenburg, Albrecht den Stolzen und seine Gattin Sophie von Böhmen, Dietrich den Bedrängten und seine Gattin Jutta von Thüringen und Friedrich den Gebissenen und seine Gattin Agnes, Gräfin von Görtz und Tirol, gefielen mir sehr gut.

Fasziniert war ich auch von dem großen Wandgemälde über die Gründung der Burg durch Heinrich I., die vielen dargestellten Kriegsereignisse sowie die aufgestellten Skulpturen der Kurfürsten, ganz besonders die von König Heinrich I. Große Beachtung verdienen auch die wunderschönen Fußböden, Öfen und Glasfester. Ich war von der Burg sehr begeistert.

Margitta E.

 

11. November 2017 - St. Martin in Schlepzig im Spreewald

Der Ortswechsel war unserem traditionellen Gänseessen zum Martinstag sehr gut bekommen. Der Zuspruch von Mitgliedern und Gästen zeigte es! Einige waren sogar bereits am Vortag angereist, um ein ganzes Wochenende in der herbstlichen Atmosphäre des Spreewaldes zu verbringen. Alle Jahre wieder können wir inzwischen verlautbaren, denn die Tradition, sich am Wochenende nach St. Martin zum Gänseschmaus zu treffen, zelebrieren wir nun bereits seit einigen Jahren. Warum eigentlich. Naja, sicherlich weil es immer wieder Spaß macht, in gemütlicher Runde mit guten Freunden zusammen zu sitzen. Aber wer war der Heilige Mann, an den jedes Jahr mit Gänsebraten und Laternenumzügen gedacht wird?

Der Legende nach ritt ein römischer Soldat, der um das Jahr 316 nach Christus geboren wurde, an einem kalten Wintertag an einem hungernden und frierenden Bettler vorbei. Der Mann tat ihm so leid, dass Martin mit dem Schwert seinen warmen Mantel teilte und dem Bettler eine Hälfte schenkte. In der Nacht erschien Martin der Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Und was hat die Gans damit zu tun? Es heißt, dass sich Martin nach diesem Erlebnis taufen und im christlichen Glauben unterrichten ließ. Später baten ihn die Menschen der Stadt Tours (heute Frankreich), ihr Bischof zu werden. Doch der bescheidene Martin hielt sich des Amtes nicht für würdig und versteckte sich - einer Überlieferung zufolge - in einem Gänsestall. Die schnatternden Vögel verrieten ihn allerdings und er wurde doch zum Bischof geweiht. Soweit die Legende. Historiker haben allerdings andere Erklärungen für die Tradition der Martinsgans. So war der 11. November nicht nur der Tag, an dem die Steuern oder Lehnsabgaben, oft in Naturalien, etwa einer Gans, fällig wurden; sondern auch der letzte Tag vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Die Menschen nutzten die vorerst letzte Gelegenheit, um noch einmal einen deftigen Braten zu genießen und Lebensmittel zu verbrauchen, die während des Fastens tabu waren. Rund 30 Jahre lang war Martin Bischof von Tours und soll zahlreiche Wunder vollbracht haben. Am 11. November 397 wurde er zu Grabe getragen und später heilig gesprochen. Und nicht nur das, auch die Protestanten ehren ihren "Heiligen" an diesem Tage. Der Reformator Martin Luther wurde am 11. November 1483 getauft. So können alos Katholiken und Protestanten den Martinstag gemeinsam feiern, ein echter ökumenischer Feiertag.

Uns zog es also in diesem Jahr in das 12 km nördlich von Lübben gelegenen Schlepzig, eine kleine 700-Seelen-Gemeinde und Zentrum des Unterspreewaldes. Das idyllische Dorf wirkt wie ein kleiner Künstlerort und ist idealer Ausgangspunkt für Kahnfahrten durch den Spreewald. Im Jahre 2004 feierte der Ort sein 1.000-jähriges Bestehen und gehört damit zu den ältesten Gemeinden im Land Brandenburg. Viele von uns reisten mit dem Zug über Lübben an, um von dort mit dem Linienbus weiter zu fahren. Bei ruhigem Herbstwetter – entgegen aller Vorhersagen – war die Fahrt vorbei an Wiesen und durch Wälder Balsam für unsere Großstadt geplagten Seelen. Im Brauhaus wurden wir bereits erwartet. Die Spreewälder Privatbrauerei braut sei 1788 Bier und hat sich durch ihre gediegene Gastlichkeit einen Namen gemacht. Die Tische waren vorbereitet und ansprechend eingedeckt und für die Geburtstagsgesellschaft unseres Mitgliedes Dagmar S. stand eine separate Tafel bereit.

Alle wurden satt und die Stimmung war hervorragend. Die gute Organisation durch das Brauhausteam sei an dieser Stelle ganz besonders hervorgehoben, denn diese machte es möglich, dass wir ohne Stress und Hektik sogar den Nachmittagsbus zurück erreichten. Für längere Spaziergänge war die Zeit allerdings zu kurz, denn gegen 16:00 Uhr wurde es bereits dunkel, aber der nächste Sommer kommt bestimmt! Unbedingt vormerken: Das jährlich am 1. Augustwochenende stattfindende Dorffest mit dem Kahnkorso. Mein Fazit: Ein gelungener Ausflug und den 05. August 2018 habe ich bereits in meinem Kalender notiert.

Ilona S.