Brücke der Freundschaft e. V.

Berichte und Meinungen von Mitgliedern und Gästen

Auf dieser Seite finden Sie Kommentare, Beiträge und Bilder unserer Mitglieder und Gäste zu unseren Veranstaltungen.

On this page you can find comments of our members and guest of our Events.

 

08. bis 10. Dezember 2017 - Adventsfahrt nach Meißen

Besuch in der Erlebniswelt Haus Meißen® mit den Schauwerkstätten und dem Porzellanmuseum

Am 8. Dezember 2017 trafen sich 15 Mitglieder und ein Gast in Meißen zur diesjährigen Adventsfahrt unseres Vereins. Die Hinreise verlief pünktlich und problemlos. Bereits um 13:30 Uhr starteten wir von unserem Hotel RESIDENZ am Markt, um gemeinsam zur Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen zu spazieren. Dort wurden wir bereits vom „Schokoladenmädchen“ erwartet.

Gegründet wurde die Manufaktur im Jahre 1710 durch August den Starken. Das für Besucher zugängliche Haus „Erlebniswelt Meißen“  ist wirklich einen Besuch wert. Im Empfangsbereich konnten wir eine mehr als lebensgroße Statue bewundern, deren Gewand mit tausenden kleiner Porzellanblüten besetzt ist. Zur Begrüßung gab es für jeden von uns eine köstliche Tasse Kakao in der Geschmacksrichtung Kakao mit Chili. Natürlich wurde dieses Getränk in einer Tasse aus Meißner Porzellan serviert.

Nach diesem Genuss erhielten wir mittels eines Videos eine kurze Einführung in die Geschichte des Porzellans und die vielfältigen Erzeugnisse. Unser „Schokoladenmädchen“ führte uns danach in drei verschiedene "Schauräume", in denen wir einzelne Stufen der Fertigung genau erklärt bekamen. Die Fotos zeigen das Formen von verschiedenen Gefäßen, die per Töpferscheibe durch Fuß- und Handarbeit hergestellt werden, das Bemalen und Zusammensetzen von Figuren und das Zeichnen der vielen traditionellen Muster auf den wertvollen Geschirren.

Anschließend hatten wir noch Zeit, die zahlreichen Ausstellungsstücke zu besichtigen. Ich war überwältigt von der Schönheit und Vielfältigkeit der Objekte. Hier geht es nicht um simples Gebrauchsporzellan, hier geht es um zeitlose Eleganz und traditionelle Formen, die auch in der Zukunft ihren Wert und ihre Beliebtheit nicht verlieren werden. Wenn ich jetzt eine schöne Tasse oder einen Teller sehe, werde ich sie bestimmt umdrehen und nach den gekreuzten Schwertern suchen. Aber wer von uns kann sich ein Service aus Meißner Porzellan leisten???

Unser Abendessen fand am Freitag im Ratskeller Meißen statt. Es war ein gelungener Abschluss für diesen ersten Tag.

Hannelore B.

Mit Humor und Witz durch das 1000jährige Meißen

Nach dem Frühstück am Samstag stand eine Stadtführung mit dem Stadtbilderklärer Harald Dovermann-Keizers auf unserem Programm. Pünktlich um 10:00 Uhr ging es vor dem Hotel los. An der großen Informationstafel direkt neben der Frauenkirche gab uns Herr D. zunächst eine kurze Einführung in die Entstehungsgeschichte der Stadt. Mit viel Witz und noch mehr Humor erläuterte er zu unser aller Verwunderung zunächst, dass Meißen gar keine sächsische Metropole sei. Wer hätte dies gedacht! Vor gut 1000 Jahren als slawisches Dorf gegründet, existierte bis ins erste Drittel des 15. Jh. die Markgrafschaft Meißen, deren Markgrafen Wettiner – also keine Sachsen! – waren. Nun, heute ist Meißen zweifelsfrei eine Stadt im Freistaat Sachsen! Bis zum Dreißigjährigen Krieg bestimmte die Tuchmacherei den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt. Seit 1710, mit Gründung der Porzellanmanufaktur August des Starken, ist sie weltweit als Porzellanstadt bekannt.

Nächste Station auf unserem gut 90minütigen Stadtgang war das Bahrmannsche Brauhaus direkt hinter der Frauenkirche, also nur ein paar Schritte von unserem Hotel entfernt. Die rekonstruierte Fassade ist ein Hingucker. Fast 500 Jahre hat das Gemäuer auf dem Buckel. Hier hat die Brautradition des legendären Meißner Schwerter Bräu ihren Ursprung.

Unser Weg führte weiter über den zur Frauenkirche gehörigen Friedhof, vorbei an dem historischen Restaurant des Weingutes Vincenz Richter zur Frauenkirche. Hier fand ein kleiner Adventsmarkt statt. Im Innenraum erfuhren wir wiederum einiges Wissenswerte zur Geschichte des Gotteshauses. 1206 als Kapelle Unser lieber Frauen St. Marien gegründet, behielt die Kirche auch nach der Reformation ihren Namen bei. Die Meißner gingen etwas lockerer mit der Reformation um, als andere zum Protestantismus wechselnde Fürstentümer.

Besondere Erwähnung verdient das Glockenspiel. Es ist das erste stimmbare Porzellanglockenspiel und wurde 1929 anlässlich der 1000-Jahr-Feier installiert. Sechs Mal täglich erklingt das aus 37 Glocken aus Meißner Porzellan bestehende Spiel. Uns weckte es täglich um 06:30 Uhr mit dem Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme".

Wir setzten unseren Weg Richtung Dom und Albrechtsburg fort. Etwas Kondition war schon nötig, denn es ging den Burgberg hinauf; am Ende galt es auch noch 119 Stufen zu erklimmen. Außerdem begann es zu schneien, so dass zwei Damen nach einem kleinen Abstecher in einen Mützenladen gut behütet wieder zur Gruppe stießen. Aber alle schafften es, auch ich!

Oben angekommen sollten wir eigentlich eine schöne Aussicht genießen, aber es war bewölkt, diesig und Schneeflocken wirbelten um uns herum. Egal! Am Sonntagvormittag wurden diejenigen, die den Aufstieg ein zweites Mal wagten, mit einer herrlichen Aussicht bei strahlendem Sonnenschein entschädigt.

Unser Stadtführer wurde derweil nicht müde, uns interessante Details über den Bau und die Geschichte der Burg zu erzählen. Höhepunkt der Führung war zum Abschluss die Dombesichtigung. Bereits Otto I. ließ hier im Jahre 968 aus Anlass der Gründung des Bistums Meißen eine kleine Kapelle errichten. Der eigentliche Bau des Domes wurde Mitte des 13. Jh. in Angriff genommen und zog sich über 140 Jahre hin. Aber bereits 3 Jahre nach der Fertigstellung wurden die Türme der Westfront durch einen Blitzschlag zerstört, so dass den Dom jahrhundertelang nur ein einziger Turm zierte. Erst Anfang des 20. Jh. wurden die Türme der Westfront wieder ergänzt.

Bis 1581 war der Dom Bischofskirche der römisch-katholischen Bischöfe von Meißen. Nachdem sich die Reformation auch in Sachsen durchgesetzt hatte, wurde er danach zu einer lutherischen Kirche. Heute ist er Predigtkirche des Landesbischofs von Sachsen. Die Innenausstattung ist beeindruckend und reich an Geschichte, viele Fürsten fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Unser Rundgang endete und unser Stadtbilderklärer verabschiedete sich. Wir verweilten noch eine Weile auf dem Burgberg und wärmten uns bei einem heißen Getränk im Dom Café auf, bevor wir den Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz erstürmten.

Am Abend ging es noch einmal hinauf zur Burg, nämlich zum Abendessen im Domkeller, allerdings bevorzugten wir den bequemeren Weg mit einem Taxi. Ein schöner Tag mit vielen interessanten Eindrücken ging mit einem schmackhaften Essen in geselliger Runde zu Ende.

 Ilona S.

Rendezvous mit König Heinrich I. auf der Albrechtsburg

Nicht nur bei der Errichtung des Schlosses Quedlinburg, wohin uns unsere Weihnachtsfahrt 2016 führte, hatte König Heinrich I. (876 – 936) seine Hände im Spiel. Auch die Gründung der Burg Meißen im Jahr 929 geht auf ihn zurück. Die Burg  wurde vielmals von Feinden überfallen, eingenommen und zerstört, dann doch von den ansässigen Markgrafen immer wieder aufgebaut  und erhalten. Nach dem Investiturstreit  1089 ging die Markgrafschaft in den Herrschaftsbereich der Wettiner über und 1423 mit dem Erringen der Kurwürde durch Friedrich den Streitbaren im Kurfürstentum Sachsen auf.

Die heutige Albrechtsburg gilt als erster Schlossbau der deutschen Baugeschichte. Der Bau wurde 1470/71 im Auftrag der beiden regierenden Brüder Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Wettin begonnen und 1524 vollendet. Im dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss stark beschädigt und deshalb im 16. und 17. Jahrhundert aufgrund der politischen Umstände kaum genutzt. Erst August der Starke, Kurfürst von Sachsen aus der albertinischen Linie der Wettiner, führte es einer erneuten Nutzung zu und funktionierte es im Jahre 1710 einfach zur Porzellan-Manufaktur um, der ersten in Europa. Diese Manufaktur blieb 150 Jahre bis in die Mitte des 19. Jh. in der Burg. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erfolgte durch König Johann von Sachsen eine grundlegende Restaurierung des Schlosses und der Umbau in ein Museum. Die Manufaktureinbauten wurden beseitigt, das fehlende Mobiliar durch Wandmalereien ersetzt. Die Arbeiten wurden im Jahre 1887 abgeschlossen und hatten insgesamt eine Summe von 599.672 Mark verschlungen.

Mich beeindruckten ganz besonders die wunderschönen großen Säle mit den schönen hohen gotischen Pfeilern und Gewölben; auch die Wandmalereien, die verschiedene Markgrafen mit ihren Gattinnen darstellten, u. a. Otto den Reichen und seine Gattin Hedwig von Brandenburg, Albrecht den Stolzen und seine Gattin Sophie von Böhmen, Dietrich den Bedrängten und seine Gattin Jutta von Thüringen und Friedrich den Gebissenen und seine Gattin Agnes, Gräfin von Görtz und Tirol, gefielen mir sehr gut.

Fasziniert war ich auch von dem großen Wandgemälde über die Gründung der Burg durch Heinrich I., die vielen dargestellten Kriegsereignisse sowie die aufgestellten Skulpturen der Kurfürsten, ganz besonders die von König Heinrich I. Große Beachtung verdienen auch die wunderschönen Fußböden, Öfen und Glasfester. Ich war von der Burg sehr begeistert.

Margitta E.

 

11. November 2017 - St. Martin in Schlepzig im Spreewald

Der Ortswechsel war unserem traditionellen Gänseessen zum Martinstag sehr gut bekommen. Der Zuspruch von Mitgliedern und Gästen zeigte es! Einige waren sogar bereits am Vortag angereist, um ein ganzes Wochenende in der herbstlichen Atmosphäre des Spreewaldes zu verbringen. Alle Jahre wieder können wir inzwischen verlautbaren, denn die Tradition, sich am Wochenende nach St. Martin zum Gänseschmaus zu treffen, zelebrieren wir nun bereits seit einigen Jahren. Warum eigentlich. Naja, sicherlich weil es immer wieder Spaß macht, in gemütlicher Runde mit guten Freunden zusammen zu sitzen. Aber wer war der Heilige Mann, an den jedes Jahr mit Gänsebraten und Laternenumzügen gedacht wird?

Der Legende nach ritt ein römischer Soldat, der um das Jahr 316 nach Christus geboren wurde, an einem kalten Wintertag an einem hungernden und frierenden Bettler vorbei. Der Mann tat ihm so leid, dass Martin mit dem Schwert seinen warmen Mantel teilte und dem Bettler eine Hälfte schenkte. In der Nacht erschien Martin der Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Und was hat die Gans damit zu tun? Es heißt, dass sich Martin nach diesem Erlebnis taufen und im christlichen Glauben unterrichten ließ. Später baten ihn die Menschen der Stadt Tours (heute Frankreich), ihr Bischof zu werden. Doch der bescheidene Martin hielt sich des Amtes nicht für würdig und versteckte sich - einer Überlieferung zufolge - in einem Gänsestall. Die schnatternden Vögel verrieten ihn allerdings und er wurde doch zum Bischof geweiht. Soweit die Legende. Historiker haben allerdings andere Erklärungen für die Tradition der Martinsgans. So war der 11. November nicht nur der Tag, an dem die Steuern oder Lehnsabgaben, oft in Naturalien, etwa einer Gans, fällig wurden; sondern auch der letzte Tag vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Die Menschen nutzten die vorerst letzte Gelegenheit, um noch einmal einen deftigen Braten zu genießen und Lebensmittel zu verbrauchen, die während des Fastens tabu waren. Rund 30 Jahre lang war Martin Bischof von Tours und soll zahlreiche Wunder vollbracht haben. Am 11. November 397 wurde er zu Grabe getragen und später heilig gesprochen. Und nicht nur das, auch die Protestanten ehren ihren "Heiligen" an diesem Tage. Der Reformator Martin Luther wurde am 11. November 1483 getauft. So können alos Katholiken und Protestanten den Martinstag gemeinsam feiern, ein echter ökumenischer Feiertag.

Uns zog es also in diesem Jahr in das 12 km nördlich von Lübben gelegenen Schlepzig, eine kleine 700-Seelen-Gemeinde und Zentrum des Unterspreewaldes. Das idyllische Dorf wirkt wie ein kleiner Künstlerort und ist idealer Ausgangspunkt für Kahnfahrten durch den Spreewald. Im Jahre 2004 feierte der Ort sein 1.000-jähriges Bestehen und gehört damit zu den ältesten Gemeinden im Land Brandenburg. Viele von uns reisten mit dem Zug über Lübben an, um von dort mit dem Linienbus weiter zu fahren. Bei ruhigem Herbstwetter – entgegen aller Vorhersagen – war die Fahrt vorbei an Wiesen und durch Wälder Balsam für unsere Großstadt geplagten Seelen. Im Brauhaus wurden wir bereits erwartet. Die Spreewälder Privatbrauerei braut sei 1788 Bier und hat sich durch ihre gediegene Gastlichkeit einen Namen gemacht. Die Tische waren vorbereitet und ansprechend eingedeckt und für die Geburtstagsgesellschaft unseres Mitgliedes Dagmar S. stand eine separate Tafel bereit.

Alle wurden satt und die Stimmung war hervorragend. Die gute Organisation durch das Brauhausteam sei an dieser Stelle ganz besonders hervorgehoben, denn diese machte es möglich, dass wir ohne Stress und Hektik sogar den Nachmittagsbus zurück erreichten. Für längere Spaziergänge war die Zeit allerdings zu kurz, denn gegen 16:00 Uhr wurde es bereits dunkel, aber der nächste Sommer kommt bestimmt! Unbedingt vormerken: Das jährlich am 1. Augustwochenende stattfindende Dorffest mit dem Kahnkorso. Mein Fazit: Ein gelungener Ausflug und den 05. August 2018 habe ich bereits in meinem Kalender notiert.

Ilona S.